Der mit dem Hantavirus infizierte französische Passagier wurde auf die Intensivstation verlegt.
Der mit dem Hantavirus infizierte französische Passagier wurde auf die Intensivstation verlegt.

Ein französischer Passagier an Bord des Expeditionsschiffs MV Hondius Nach ihrer Rückführung nach Frankreich kämpft sie derzeit gegen eine extrem schwere Form des Hantavirus. Die Frau in ihren Sechzigern liegt im Pariser Bichat-Krankenhaus auf der Intensivstation und wird mit extrakorporaler Membranoxygenierung (ECMO) beatmet, einem Gerät, das umgangssprachlich als „künstliche Lunge“ bezeichnet wird und bei stark eingeschränkter Atmung und Herzfunktion zum Einsatz kommt. Die Ärzte halten ihren Zustand weiterhin für kritisch.

Die Infektion steht im Zusammenhang mit dem Ausbruch an Bord der MV HondiusEin Kreuzfahrtschiff, das Anfang April von Ushuaia in Argentinien aus in See stach, steht im Verdacht, mehrere Passagiere mit dem Andes-Virus infiziert zu haben. Dieses seltene Hantavirus ist als einziges unter bestimmten Umständen von Mensch zu Mensch übertragbar. Seit Ausbruch der Krankheit wurden mindestens drei Todesfälle unter den Passagieren registriert, und es wurden mehrere bestätigte oder Verdachtsfälle in Europa, den USA und Südafrika gemeldet.

Internationale Überwachung unter Druck

Die französischen Behörden haben 22 Personen identifiziert, die als enge Kontaktpersonen gelten. Alle befinden sich in strenger Isolation und werden täglich ärztlich überwacht. Die Regierung betont jedoch, dass es derzeit keine weitverbreitete Übertragung des Virus im Land gibt. Laut ersten genetischen Analysen europäischer Labore wurde bisher keine spezifische Mutation des Virus festgestellt. Die Untersuchungen werden jedoch mit Unterstützung der WHO und argentinischer Experten, die auf diese Krankheit spezialisiert sind, fortgesetzt.

Das Hantavirus wird hauptsächlich durch Einatmen kontaminierter Partikel aus Nagetierurin oder -kot übertragen. Der in diesem Fall identifizierte Anden-Stamm zirkuliert vorwiegend in Südamerika. Die ersten Symptome ähneln oft denen einer gewöhnlichen Grippe, bevor es zu einer plötzlichen Verschlechterung bis hin zum akuten kardiopulmonalen Syndrom kommen kann. Derzeit gibt es keine spezifische antivirale Therapie; die Behandlung beschränkt sich primär auf die Intensivmedizin. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert die betroffenen Länder dringend auf, sich auf das Auftreten neuer Fälle im Zusammenhang mit dieser Kreuzfahrt vorzubereiten.

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