Seit der Einführung des Einfrierens von Eizellen ohne medizinische Indikation im Jahr 2021 ist die Zahl der Anfragen sprunghaft angestiegen, und die öffentlichen Zentren sind überlastet. Auf dem Papier klingt das System verlockend: kostenlose Behandlung für Frauen zwischen 29 und 37 Jahren (ohne Lagerung, die 40 € pro Jahr kostet) und die Aussicht auf etwas Erleichterung angesichts der Unsicherheiten des Lebens. In der Realität räumen die Einrichtungen der Universitätskliniken jedoch ein, dass ihre Kapazitäten aufgrund fehlender Termine, begrenzter technischer Ausstattung und der bereits hohen Priorität im Bereich der assistierten Reproduktionstechnologie und der Fertilitätserhaltung aus medizinischen Gründen nicht mit der Nachfrage Schritt halten konnten. Infolgedessen ist der Zugang zu diesen Behandlungen zu einem aufwendigen und mühsamen Prozess geworden.
Wenn die biologische Uhr mit dem Zeitplan kollidiert
Eine 31-jährige Frau aus Paris berichtet, dass sie etwa fünfzehn Kliniken kontaktiert hat, bevor sie feststellen musste, dass deren Terminkalender voll, teilweise sogar gesperrt waren und keine freien Plätze mehr boten. Sie beschreibt dies als „Tortur“. Der schließlich frei gewordene Termin war erst im April 2027, nachdem sie wiederholt Anfragen über die entsprechenden Plattformen gestellt hatte – ähnlich wie beim Warten auf eine Konzertkarte. In der Region Île-de-France können die Wartezeiten laut mehreren Berichten bis zu zwei Jahre betragen, und diese verlorene Zeit ist nicht unerheblich: Je später der Eingriff durchgeführt wird, desto geringer werden mit zunehmendem Alter die Erfolgsaussichten – eine Tatsache, die jeder kennt, aber niemand gerne wahrhaben will.
In Montpellier wartete eine Patientin 18 Monate auf ihre erste Beratung. Um die Anfahrtswege zu minimieren, wurden die Termine auf einen halben Tag gequetscht – ein Zeichen dafür, dass improvisiert wird, um die Situation zu bewältigen. Krankenhäuser nennen zudem logistische und lagertechnische Engpässe. In den Tanks befinden sich mehrere tausend Eizellen, die bis zum 45. Lebensjahr der Patientinnen gelagert werden können. Die Teams fordern zusätzliche Ressourcen und eine bessere regionale Organisation. Andernfalls droht das neu geschaffene Recht für viele Patientinnen Theorie zu bleiben, gefangen zwischen gesellschaftlichen Ambitionen und der Realität eines ohnehin schon überlasteten öffentlichen Gesundheitssystems.
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