Darmkrebs, oft auch Kolon- oder Rektumkrebs genannt, zählt weltweit zu den häufigsten und tödlichsten Krebsarten. Lange Zeit galt er als vorwiegend ältere Menschen betreffende Erkrankung, doch mittlerweile ist in mehreren Industrieländern ein besorgniserregender Anstieg bei Erwachsenen unter 50 Jahren zu verzeichnen. Experten warnen daher vor der Notwendigkeit, Früherkennung, Prävention und Behandlung zu verbessern, um die Zahl der Neuerkrankungen und Todesfälle zu begrenzen.
Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge werden weltweit jährlich fast 1,9 Millionen neue Fälle von Darmkrebs diagnostiziert. Er ist die dritthäufigste Krebsart und die zweithäufigste Krebstodesursache mit etwa 900.000 Todesfällen pro Jahr. In Frankreich schätzt die französische Gesundheitsbehörde (Health Publicse France) die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen auf rund 48.000, was zu fast 17.000 Todesfällen führt. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen, die Krankheit betrifft jedoch beide Geschlechter.
Vorsorgeuntersuchungen, die Tausende von Leben retten
Darmkrebs entsteht meist aus Polypen im Dickdarm oder Enddarm. Deren Entwicklung zu einem bösartigen Tumor kann mehrere Jahre dauern, wodurch ein wichtiges Zeitfenster für die Prävention bleibt. Deshalb empfehlen Gesundheitsbehörden regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ab 50 Jahren für Menschen mit durchschnittlichem Risiko. In Frankreich wird allen 50- bis 74-Jährigen alle zwei Jahre ein kostenloser immunchemischer Test angeboten. Fällt dieser positiv aus, wird eine Darmspiegelung durchgeführt, um Polypen zu erkennen und zu entfernen, bevor sie sich zu Krebs entwickeln.
Trotz ihrer nachgewiesenen Wirksamkeit wird die Darmkrebsvorsorge weiterhin zu wenig genutzt. In Frankreich liegt die Teilnahmequote bei etwa 35 % und damit weit unter dem von den Gesundheitsbehörden angestrebten Ziel von 65 %. Wird Darmkrebs jedoch frühzeitig erkannt, liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei über 90 %. Wird er hingegen erst im metastasierten Stadium diagnostiziert, sinkt diese Rate rapide, was die Bedeutung der Früherkennung unterstreicht.
Ernährung und Lebensstil spielen eine entscheidende Rolle
Forscher haben mehrere beeinflussbare Risikofaktoren identifiziert. Eine Ernährung mit viel rotem Fleisch und verarbeiteten Fleischprodukten, eine ballaststoffarme Ernährung, Übergewicht oder Adipositas, übermäßiger Alkoholkonsum, Rauchen und Bewegungsmangel erhöhen das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, deutlich. Umgekehrt trägt eine Ernährung reich an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten in Kombination mit regelmäßiger körperlicher Aktivität dazu bei, dieses Risiko zu senken.
Manche Menschen haben aufgrund erblicher Faktoren oder chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa ein erhöhtes Risiko. In diesen Fällen werden engmaschigere ärztliche Kontrollen und häufigere Darmspiegelungen empfohlen, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen, bevor sie sich zu Krebs entwickeln.
Therapeutische Fortschritte sind zwar erzielt, doch ist erhöhte Wachsamkeit geboten.
Die Behandlung von Darmkrebs hat sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Bei lokalisiertem Tumor ist die Operation nach wie vor die Standardtherapie, oft gefolgt von einer Chemotherapie oder Strahlentherapie, abhängig vom Stadium der Erkrankung. Gezielte Therapien und Immuntherapien eröffnen zudem neue Perspektiven für bestimmte Patienten mit spezifischen genetischen Profilen und verbessern die Überlebensraten und die Lebensqualität.
Angesichts der steigenden Zahl von Darmkrebsfällen bei jüngeren Erwachsenen untersuchen mehrere Forschungsteams die Ursachen dieses Trends. Mögliche Zusammenhänge bestehen mit Ernährungsumstellungen, der Darmflora, Übergewicht oder Umweltfaktoren. Experten betonen eine wichtige Botschaft: Suchen Sie umgehend einen Arzt auf, wenn Sie Blut im Stuhl, anhaltende Bauchschmerzen, dauerhafte Veränderungen Ihrer Stuhlgewohnheiten oder unerklärlichen Gewichtsverlust bemerken. Im Kampf gegen Darmkrebs sind Früherkennung und Prävention weiterhin die wirksamsten Mittel zur Senkung der Sterblichkeit.
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