Energydrinks: Ein boomender Markt trotz Bedenken von Gesundheitsexperten
Energydrinks: Ein boomender Markt trotz Bedenken von Gesundheitsexperten

Der Markt für Energy-Drinks in Frankreich wächst weiterhin rasant. Lange Zeit vor allem mit Studentenpartys und festlichen Anlässen assoziiert, sprechen diese Getränke heute ein deutlich breiteres Publikum an, insbesondere dank des Einflusses sozialer Medien und neuer Marken, die von Online-Persönlichkeiten kreiert wurden. Laut dem Beratungsunternehmen Xerfi ist der Markt von 180 Millionen Euro im Jahr 2016 auf fast 780 Millionen Euro im Jahr 2025 gewachsen – ein Anstieg, der die wachsende Begeisterung der Konsumenten widerspiegelt.

Der Markt wird von Red Bull dominiert, das wertmäßig fast 60 % des Umsatzes ausmacht. Monster hält rund 30 % des Marktes, während neue Anbieter versuchen, sich eine Nische zu erobern. Dazu gehören Celsius, Maison Perrier Energize und Ciao Energy, die neue Marke der Content-Creator Lena Situations, Inoxtag und Squeezie. Diese neuen Produkte setzen häufig auf Rezepturen, die als natürlicher oder zuckerärmer präsentiert werden, um eine breitere Kundengruppe anzusprechen.

Eine Alternative zu Kaffee und Alkohol für jüngere Generationen.

Branchenexperten zufolge profitieren Energy-Drinks von veränderten Konsumgewohnheiten. Jüngere Generationen konsumieren weniger Alkohol und Kaffee als ältere, was die Entwicklung neuer Getränke begünstigt, die Wachheit und Konzentration steigern. Hersteller positionieren ihre Produkte daher als alltägliche Begleiter – ob bei der Arbeit, beim Sport oder bei der digitalen Unterhaltung.

Um sich von der Konkurrenz abzuheben, setzen einige Marken auf eine verantwortungsvollere Zusammensetzung mit weniger Zucker oder natürlichen Zutaten. Ciao Energy beispielsweise wirbt damit, ein Getränk mit fast dreimal weniger Zucker als herkömmliche Energy-Drinks anzubieten. Diese Marketingstrategie zielt gezielt auf gesundheitsbewusste Konsumenten und Frauen ab – eine Zielgruppe, die bisher von solchen Produkten weniger angesprochen wurde.

Es wird regelmäßig über Gesundheitsrisiken berichtet.

Trotz ihrer Beliebtheit geben Energy-Drinks weiterhin Anlass zur Sorge bei den Gesundheitsbehörden. Die französische Agentur für Lebensmittelsicherheit, Umwelt- und Arbeitsschutz (ANSES) weist darauf hin, dass der Begriff „Energy-Drink“ keiner präzisen gesetzlichen Definition entspricht. Diese Produkte enthalten in der Regel Koffein, Taurin, Vitamine, Süßstoffe oder verschiedene Pflanzenextrakte, die den Körper anregen sollen.

Die Wirkung von Koffein auf die Wachheit ist bekannt, doch übermäßiger Konsum kann zahlreiche Nebenwirkungen hervorrufen. Experten nennen Schlafstörungen, Angstzustände, Kopfschmerzen und Herzrasen. In Frankreich wurden bereits mehrere Fälle schwerwiegender Nebenwirkungen gemeldet, darunter Herzrhythmusstörungen und in einigen Ausnahmefällen sogar Herzstillstand.

Die Debatte über Drogenkonsum unter Minderjährigen ist neu entfacht.

Experten weisen darauf hin, dass die Risiken steigen, wenn diese Getränke in großen Mengen konsumiert oder mit Alkohol kombiniert werden. Obwohl eine Dose in der Regel eine ähnliche Menge Koffein wie eine normale Tasse Kaffee enthält, können Konsumgewohnheiten und die Anhäufung von Dosen erhebliche Auswirkungen auf manche Menschen haben, insbesondere auf jüngere.

Angesichts dieser Bedenken erwägen mehrere europäische Länder eine Verschärfung ihrer Vorschriften. In Großbritannien und Spanien werden derzeit Vorschläge zum Verbot des Verkaufs von Energy-Drinks an Minderjährige unter 16 Jahren geprüft. Auch in Frankreich fordern Gesundheitsexperten verstärkte Kontrollen hinsichtlich der Werbung für diese Produkte bei Jugendlichen, da deren Beliebtheit in einem Markt, der zu den dynamischsten der Getränkeindustrie zählt, weiter zunimmt.

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