Gesundheitswarnung in Europa: Ein niederländisches Krankenhaus hat zwölf Mitarbeiter nach Kontakt mit dem Hantavirus unter Quarantäne gestellt.
Gesundheitswarnung in Europa: Ein niederländisches Krankenhaus hat zwölf Mitarbeiter nach Kontakt mit dem Hantavirus unter Quarantäne gestellt.

Eine Expeditionskreuzfahrt im Atlantik hat sich zu einem Gesundheitsnotstand entwickelt. Drei Menschen sind entweder an Bord oder nach ihrer Evakuierung von der MV Hondius, einem Kreuzfahrtschiff des niederländischen Unternehmens Oceanwide Expeditions, ums Leben gekommen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beobachtet die Situation genau, da ein möglicher Ausbruch des Hantavirus vermutet wird. 

Drei Todesfälle und sechs Betroffene

Sechs Personen sollen von diesem Ausbruch betroffen sein: Drei sind verstorben, eine Person befindet sich auf einer Intensivstation in Südafrika, und zwei Besatzungsmitglieder mit Symptomen benötigen medizinische Versorgung. Bislang wurde ein Fall von Hantavirus labordiagnostisch bestätigt, während bei fünf weiteren Fällen Verdachtsfälle bestehen. 

Die MV Hondius ist in der Nähe von Kap Verde manövrierunfähig.

Das Schiff hatte Ushuaia in Argentinien verlassen und war auf dem Weg nach Kap Verde, nachdem es zuvor Zwischenstopps in der Antarktis und auf den Falklandinseln eingelegt hatte. Es befand sich in der Nähe von Praia, der Hauptstadt von Kap Verde, als die Gesundheitswarnung ausgegeben wurde. An Bord waren etwa 150 Passagiere und 70 Besatzungsmitglieder. 

Hantavirus, ein seltenes, aber potenziell tödliches Virus

Das Hantavirus ist kein neues Virus. Es gehört zu einer Virusfamilie, die in der Regel von infizierten Nagetieren auf den Menschen übertragen wird, vorwiegend durch deren Urin, Kot oder Speichel. Die Infektion kann schwere Erkrankungen wie das Hantavirus-Lungen-Syndrom oder das Hämorrhagische Fieber mit renalem Syndrom verursachen. 

Fieber, Müdigkeit, Schmerzen: Symptome, auf die man achten sollte

Die ersten Anzeichen können denen einer Grippe ähneln: Fieber, Müdigkeit, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Bauchschmerzen. In schweren Fällen kann sich der Zustand des Patienten rasch verschlimmern und zu Husten, Atembeschwerden und Atemnot führen, die eine sofortige Einweisung ins Krankenhaus erforderlich machen. 

Die genaue Infektionsquelle ist noch nicht geklärt. Die Gesundheitsbehörden versuchen zu ermitteln, ob die Infizierten sich an Bord des Schiffes, während eines Hafenaufenthalts oder in einem anderen Umfeld mit dem Virus angesteckt haben. Weitere Analysen, einschließlich der Virussequenzierung, sind im Gange. 

Müssen wir eine Ausbreitung befürchten?

Experten weisen darauf hin, dass die meisten Hantaviren nicht leicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Die Ansteckung erfolgt hauptsächlich durch Kontakt mit Nagetieren oder mit deren Kot verunreinigtem Staub. Die Behörden mahnen daher zur Wachsamkeit, aber nicht zur Panik, während sie die vollständigen Ergebnisse der Gesundheitsuntersuchung abwarten.