ADHS: Könnte Schlafmangel die Diagnose erschweren?
ADHS: Könnte Schlafmangel die Diagnose erschweren?

Aufmerksamkeitsdefizite, die bei Kindern häufig mit ADHS einhergehen, können in manchen Fällen andere Ursachen als eine reine Konzentrationsstörung haben. Neuere Studien deuten darauf hin, dass die bei manchen Kindern beobachteten Aufmerksamkeitsdefizite eng mit Schlafmangel zusammenhängen, der zum Zeitpunkt der Diagnose mitunter unterschätzt wird.

Symptome, die leicht mit chronischer Müdigkeit verwechselt werden können

Eine groß angelegte Studie mit Tausenden von Kindern zeigt, dass Psychostimulanzien, die bei ADHS verschrieben werden, primär Hirnareale aktivieren, die mit Wachheit und Aufmerksamkeit in Verbindung stehen, ohne einen direkten messbaren Effekt auf die Aufmerksamkeitszentren zu haben. Anders ausgedrückt: Diese Medikamente scheinen hauptsächlich Schläfrigkeit oder verminderte Aufmerksamkeit zu kompensieren, anstatt die Aufmerksamkeitsfähigkeiten selbst zu verbessern. Diese Ergebnisse wurden bei Erwachsenen ohne ADHS bestätigt, die einmalig denselben Substanzen ausgesetzt waren.

Forscher warnen vor der Gefahr von Fehldiagnosen: Kinder mit Schlafstörungen können ähnliche Symptome wie ADHS aufweisen, etwa schulische Schwierigkeiten, Unruhe oder Konzentrationsschwäche. Ohne eine gründliche Schlafdiagnostik können diese Anzeichen zu einer falschen Behandlung führen. Experten fordern daher die systematische Integration von Schlafgewohnheiten und Schlafqualitätsanalysen in die Behandlungspläne und betonen, dass kein Medikament ausreichend Schlaf dauerhaft ersetzen kann.