Die Europäische Kommission fordert Meta auf, mehrere Aspekte der Funktionsweise von Facebook und Instagram zu ändern. Sie wirft den Unternehmen vor, übermäßige Nutzung, insbesondere bei Jugendlichen und schutzbedürftigen Personen, zu fördern. Dem US-amerikanischen Unternehmen droht eine erhebliche Geldstrafe, sollte es den europäischen Vorgaben nicht nachkommen.
Brüssel kündigte am Freitag, den 10. Juli, neue Maßnahmen gegen Meta an und argumentierte, dass der Digitalriese die Risiken, die mit den Mechanismen zur Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit der Nutzer auf seinen Plattformen verbunden sind, nicht ausreichend berücksichtigt habe.
Die Europäische Union steht bestimmten Funktionen wie endlosem Scrollen, personalisierten Empfehlungen und der automatischen Videowiedergabe besonders kritisch gegenüber. Laut Kommission verleiten diese Tools Nutzer dazu, länger online zu bleiben und könnten zwanghaftes Verhalten fördern.
Schnittstellen, die die online verbrachte Zeit verlängern sollen
Die Europäische Kommission ist der Ansicht, dass diese Merkmale zu einem System beitragen, in dem Nutzer Inhalte kontinuierlich und ohne wirkliche Pausen konsumieren. Brüssel hält diese Mechanismen für potenziell schädlich für die psychische Gesundheit, insbesondere junger Nutzer.
Die Kommission kritisiert außerdem die von Facebook und Instagram angebotenen Kindersicherungsfunktionen, da diese ihrer Ansicht nach zu kompliziert seien. Die Tools, mit denen Eltern die Bildschirmzeit ihrer Teenager begrenzen können, genügen den Zielen des Jugendschutzes nicht ausreichend.
Diese Anfragen erfolgen im Rahmen einer im Mai 2024 gegen Meta eingeleiteten Untersuchung, die auf Grundlage des europäischen Gesetzes über digitale Dienste (DSA) durchgeführt wird. Dieses Gesetz legt großen Plattformen eine größere Verantwortung für die mit ihren Diensten verbundenen Risiken auf.
Meta bestreitet die europäischen Schlussfolgerungen.
Mark Zuckerbergs Unternehmen reagierte mit einem Widerspruch gegen die Analyse aus Brüssel. Meta behauptet, bereits mehrere Maßnahmen zum besseren Schutz von Teenagern auf seinen Plattformen umgesetzt zu haben.
Das Unternehmen hebt insbesondere die Existenz spezieller Konten für junge Nutzer hervor, mit Optionen, die es Eltern ermöglichen, bestimmte Nutzungen von Instagram einzuschränken, insbesondere nachts oder indem sie die täglich in der Anwendung verbrachte Zeit reduzieren.
„Wir teilen das Ziel der Europäischen Kommission, ein sicheres und positives Online-Umfeld zu schaffen“, sagte ein Sprecher von Meta, merkte aber gleichzeitig an, dass die bereits getroffenen Maßnahmen in den europäischen Schlussfolgerungen nicht ausreichend berücksichtigt wurden.
Ein Verfahren, das die amerikanische Gruppe teuer zu stehen kommen könnte.
Meta hat nun eine Frist, um auf die Kritikpunkte der Europäischen Kommission zu reagieren und Änderungen vorzuschlagen. Sollte Brüssel die ergriffenen Maßnahmen als unzureichend erachten, droht dem Unternehmen eine Geldstrafe von bis zu 6 % seines weltweiten Jahresumsatzes.
Die Europäische Union hat bereits ähnliche Schritte gegenüber anderen digitalen Plattformen, darunter TikTok, unternommen, um die Auswirkungen sozialer Netzwerke auf die Gesundheit und Sicherheit der Nutzer besser zu regulieren.
Brüssel arbeitet außerdem an gemeinsamen Lösungen auf europäischer Ebene, um den Zugang von Kindern und Jugendlichen zu sozialen Netzwerken besser zu regulieren.
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