Ein Waldbrand bedroht das tausend Jahre alte Kloster San Juan de la Peña in der Provinz Huesca, Aragonien. Das Feuer, das am Montag nahe Las Peñas de Riglos ausbrach, breitet sich weiterhin in einem angrenzenden Waldgebiet aus. Angesichts der Gefahr starteten die regionalen Behörden am Sonntag einen außerordentlichen Löscheinsatz, bei dem französische Verstärkung erwartet wird.
Der Komplex umfasst zwei Klöster auf dem Gebiet von Santa Cruz de la Serós. Das ältere der beiden, im 10. Jahrhundert unter einer imposanten Felswand gegründet, zählt zu den bedeutendsten historischen Stätten Aragoniens. Am Donnerstag, dem 13. August, stellten die Behörden fest, dass die Gebäude akut einsturzgefährdet waren, woraufhin Sofortmaßnahmen zum Schutz der darin befindlichen Kunstwerke und Reliquien ergriffen wurden.
Die Überreste der Könige von Aragon wurden evakuiert
Die Gebeine der Herrscher, die im Königlichen Pantheon aufbewahrt wurden, sind in das etwa 80 Kilometer vom Kloster entfernte Museum von Huesca überführt worden. Dort befinden sich unter anderem die sterblichen Überreste von Ramiro I., dem ersten König von Aragon, seines Sohnes Sancho Ramírez sowie von Peter I. und Alfons I. Diese vorsorgliche Evakuierung dient dem Erhalt eines für die spanische mittelalterliche Geschichte essenziellen Grabkulturerbes.
San Juan de la Peña nimmt aufgrund einer Legende, die es mit dem Heiligen Gral in Verbindung bringt, auch in der religiösen Vorstellungswelt einen besonderen Platz ein. Das Kloster liegt an einem der Jakobswege und empfängt regelmäßig Pilger und Besucher. Neben der Bedrohung der Gebäude selbst gefährdet das Feuer einen Ort, der architektonisches Erbe, dynastische Geschichte und jahrhundertealte spirituelle Traditionen verkörpert.
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