Am Dienstagmorgen kochten die Gemüter im Radiosender France Inter hoch. Avignons neuer Bürgermeister Olivier Galzi, der in der Morgensendung zu Gast war, wies den Komiker Bertrand Chameroy scharf zurecht, nachdem dieser eine als unangebracht empfundene Bemerkung über seine Frau, die ebenfalls stellvertretende Bürgermeisterin ist, gemacht hatte. Der Kommentator hatte in Bezug auf städtische Zulagen angedeutet, dass es dem Bürgermeister dank des Gehalts seiner Frau und eines gemeinsamen Kontos finanziell „gut gehe“, was umgehend eine Reaktion auslöste.
Olivier Galzi unterbrach die Diskussion und prangerte eine „überholte Frauenfeindlichkeit“ an. Er verurteilte die Ansicht, dass eine Frau, insbesondere eine gewählte Amtsträgerin, auf ihren Partner reduziert werde. Dieser Ausbruch wurde von dem ehemaligen Journalisten und heutigen Bürgermeister von Avignon als „skandalös“ bezeichnet. Er betonte, dass seine Frau ein vollwertiges politisches Amt bekleide, unabhängig von ihrem Privatleben.
Im Zentrum der Kontroverse steht eine Entscheidung, zu der der Bürgermeister dennoch steht: Er senkte seine eigene Aufwandsentschädigung um 14 %, erhöhte aber gleichzeitig die seiner Stellvertreter um 35 %, um Persönlichkeiten aus der Zivilgesellschaft eine umfassende Beteiligung zu ermöglichen. Er rechtfertigt diese Maßnahme mit der Notwendigkeit, „echte Menschen“ in der Politik zu haben, die weit entfernt von traditionellen Profilen sind.
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