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Radioquoten: France Inter führt, Nova legt stark zu, RTL und franceinfo liegen gleichauf, RMC verliert an Wert

Die am Dienstag veröffentlichte neueste Studie von Médiamétrie zeichnet ein gemischtes Bild der französischen Radiolandschaft. Das Medium bricht zwar nicht zusammen, erreicht aber auch nicht wieder das Niveau von vor einigen Jahren: Zwischen Januar und März 2026 hörten täglich 38,4 Millionen Franzosen Radio, verglichen mit 38,46 Millionen im Vorjahr. Die kumulierte Hörerschaft sank somit von 68,1 % auf 67,2 %, was eher auf einen sich stabilisierenden Markt als auf eine deutliche Erholung hindeutet. Die EAR-Studie (Audience Rating Survey) von Médiamétrie gilt weiterhin als Referenzstudie der Branche und basiert auf 100.000 Interviews mit Personen ab 13 Jahren.

Inter Mailand dominiert weiterhin die französische Liga, trotz eines leichten Rückgangs.

France Inter ist weiterhin der führende Radiosender Frankreichs. Mit einem kumulierten Marktanteil von 12,4 % und 7.086.000 täglichen Hörern liegt er immer noch über zwei Millionen Hörer vor seinen engsten Konkurrenten. Das ist ein sehr hohes Niveau, doch das Wachstum fällt weniger spektakulär aus als für 2025 prognostiziert: Laut Schätzungen der Presse hat Inter im vergangenen Jahr rund 170.000 Hörer verloren, obwohl Radio France darauf besteht, weiterhin über der symbolischen Sieben-Millionen-Marke zu liegen.

RTL und franceinfo liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den zweiten Platz

Dahinter bleibt der Kampf um Platz zwei eine der wichtigsten Erkenntnisse dieser Studie. RTL und franceinfo liegen mit einem kumulierten Marktanteil von 8,6 % und rund 4,9 Millionen täglichen Hörern gleichauf. RTL beansprucht einen leichten Vorsprung bei den Hörerzahlen, mit etwa 16.000 treuen Hörern mehr als franceinfo – genug, um das Marketing anzukurbeln. Tatsächlich zeigt die Studie aber vor allem, dass der Privatsender nach einer schwierigen Zeit den Schaden minimiert, während franceinfo seine Stärke im internationalen Kontext unter Beweis stellt, der Nachrichtensender weiterhin unterstützt.

RMC verliert an Boden, Europe 1 verliert an Schwung

Das Bild ist für die anderen allgemeinen Radiosender düsterer. RMC ist auf einen kumulierten Marktanteil von 5 % und 2,86 Millionen Hörer zurückgefallen, ein Rückgang um 190.000 im Vergleich zum Vorjahr. Europe 1 hingegen liegt zwar weiterhin deutlich über dem Niveau von vor zwei Jahren, doch die Erholung ist ins Stocken geraten: Der Sender ist auf einen kumulierten Marktanteil von 4,6 % bzw. etwa 2,62 bis 2,63 Millionen Hörer gefallen, was einem Verlust von rund 30.000 Hörern im Vergleich zum Vorjahr und einem noch stärkeren Rückgang im Vergleich zur vorherigen Erhebung entspricht. Mit anderen Worten: Europe 1 bricht nicht zusammen, aber das Wachstum ist vorerst gestoppt.

NRJ und Nostalgie in einer turbulenten Zeit

Im Musiksektor sind die Auswirkungen am deutlichsten zu spüren. NRJ verzeichnete in diesem Bericht den dramatischsten Rückgang: Der kumulierte Marktanteil des Senders sank auf 6,6 % bei 3,77 Millionen Hörern, was einem Verlust von rund 450.000 Hörern im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dieser Einbruch ist besonders heftig, da NRJ in der letzten Saison noch über 4 Millionen Hörer hatte. Auch Nostalgie kann die NRJ-Gruppe nicht mehr ausreichend unterstützen: Der Sender verzeichnet ebenfalls deutliche Verluste mit 3 Millionen täglichen Hörern, ein Rückgang um 316.000 im Vergleich zum Vorjahr. Dieser doppelte Rückgang bestätigt, dass traditionelle Musiksender am stärksten unter der Fragmentierung des Audiokonsums leiden.

Skyrock bestätigt seinen Aufstieg und gewinnt.

In diesem Umfeld bildet Skyrock eine bemerkenswerte Ausnahme. Der Sender gewann innerhalb eines Jahres rund 270.000 Hörer hinzu und erreichte 3,43 Millionen tägliche Hörer mit einem kumulierten Marktanteil von 6 %. Damit eroberte er seine Position als zweitbeliebtester Musikradiosender des Landes hinter NRJ zurück und untermauerte seine Stärke bei jungen Hörern und in der Rap-Szene, wo zahlreiche Konkurrenten aus dem allgemeinen Musik- und Unterhaltungsbereich um die Erneuerung ihrer Hörerschaft kämpfen.

Nova, die eigentliche Explosion dieser Welle

Die andere wichtige Entwicklung und zweifellos die größte Überraschung des Tages betrifft Radio Nova. Der Sender hat einen kumulierten Marktanteil von 2,8 % erreicht, was etwa 1,6 Millionen täglichen Hörern entspricht. Verschiedenen Quellen zufolge bedeutet dies einen Zuwachs von rund 823.000 bis 830.000 Hörern im Vergleich zum Vorjahr, also eine nahezu Verdopplung der Hörerschaft innerhalb von zwölf Monaten. Dieses Phänomen geht weit über ein einfaches „gutes Ergebnis“ hinaus: Nova übertrifft nun Europe 2 in den täglichen Hörerzahlen und etabliert sich als eine der wenigen Radiomarken, die von einer klaren, transparenten und messbaren redaktionellen Strategie profitieren.

Europe 2 kann endlich aufatmen.

Europe 2 macht seinerseits ebenfalls Fortschritte und hat seine Krise endlich überwunden. Der Sender erreichte einen kumulierten Marktanteil von 1,8 % und rund 1,02 Millionen tägliche Hörer – ein Zuwachs von etwa 200.000 im Vergleich zum Vorjahr. Obwohl dieser Anstieg im Vergleich zum Gesamtmarkt moderat ausfällt, steht er im deutlichen Gegensatz zu den Vorjahren und beweist, dass Europe 2 in der Musikradiolandschaft wieder eine ernstzunehmende Größe ist. Die vorherige Umfrage hatte bereits eine Verbesserung der von Cauet moderierten Morgensendung gezeigt, und der Sender beschloss Anfang April sogar, seine On-Air-Präsenz weiter zu stärken. Wir können daher von einem Aufschwung sprechen, ohne jedoch voreilig von einer vollständigen Erholung zu sprechen.