Innenminister Laurent Nuñez bereitet eine detaillierte Antwort auf Gérald Darmanins Memorandum zu angeblichen Mängeln bei den Ermittlungen zu sexueller Gewalt gegen Minderjährige vor. Er hat die Generaldirektoren der Polizei und der Gendarmerie einberufen, um fundierte Argumente zu erarbeiten und die Sachlage richtigzustellen.
Laurent Nuñez beteuert, er wolle dem Justizminister Punkt für Punkt antworten, ohne die Kontroverse zwischen den beiden Ministerien weiter anzuheizen. Er bestreitet insbesondere die Zahl der angeblich verloren gegangenen oder nicht bearbeiteten Fälle. Das zwölfseitige Memorandum hat bei mehreren Polizeiorganisationen Empörung ausgelöst; einige werfen dem ehemaligen Innenminister Gérald Darmanin Verrat an den Strafverfolgungsbehörden vor.
Eine Notiz, die nach der Lyhanna-Affäre verfasst wurde.
Das Dokument des Justizministeriums listet die von den Staatsanwaltschaften festgestellten Mängel im Umgang mit Anzeigen wegen sexueller Gewalt gegen Minderjährige auf. Es erwähnt insbesondere nicht an die Gerichte weitergeleitete Fälle, verloren gegangene Dokumente, abgebrochene Ermittlungen und unzureichende Schulungen für einige Mitarbeiter.
Diese Initiative folgt auf den Tod der elfjährigen Lyhanna, einer Schülerin, die im Juni in der Region Gers tot aufgefunden wurde. Der Hauptverdächtige, Jérôme Barella, wurde wegen Vergewaltigung und Mordes an einer Minderjährigen angeklagt. Zuvor waren bereits mehrere Anzeigen wegen sexueller Gewalt gegen Minderjährige gegen ihn erstattet worden, ohne dass es zu einer Anklage gekommen war. Dies veranlasste das Justizministerium, mögliche Mängel bei der Bearbeitung dieser Anzeigen zu untersuchen.
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