Trump wurde bei den US Open ausgebuht und Tausende Zuschauer wurden von Sicherheitskräften abgeblockt (AP Photo/Manuel Balce Ceneta)
Trump wurde bei den US Open ausgebuht und Tausende Zuschauer wurden von Sicherheitskräften abgeblockt (AP Photo/Manuel Balce Ceneta)

Donald Trump feierte am Sonntagabend eine bemerkenswerte Rückkehr bei den US Open in New York. Der amerikanische Präsident, eingeladen von Rolex, besuchte das Herrenfinale zwischen Carlos Alcaraz Platzhalterbild und Jannik Sinner, löste jedes Mal, wenn er auf den Großbildschirmen im Arthur Ashe Stadium erschien, einen Chor von Buhrufen aus.

Schon vor Spielbeginn verursachte seine Ankunft aufgrund verstärkter Sicherheitskontrollen des Secret Service eine halbstündige Verzögerung. Daraufhin bildeten sich lange Schlangen vor dem Spiel, und Tausende frustrierte Zuschauer konnten ihre Plätze erst nach dem Anpfiff erreichen. „Wir danken den Fans für ihre Geduld“, erklärte der Secret Service und räumte ein, dass die Sicherheitsmaßnahmen des Präsidenten eine schwere Belastung für die Organisation darstellten.

Eine spaltende Präsenz

In einem dunklen Anzug und seiner typischen roten Krawatte erschien Trump kurz vor der Nationalhymne, woraufhin Pfiffe und ein schiefes Lächeln in Richtung der Menge folgten. Nach dem ersten Satz erwiderte er die Buhrufe mit der Faust. Das Spiel wurde jedoch nicht durch größere Zwischenfälle gestört, da die Organisatoren die Sender gebeten hatten, die Berichterstattung über solche „Störungen außerhalb des Spielfelds“ zu begrenzen.

Der Besuch ist Teil einer Reihe von Sportveranstaltungen, die Trump seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus besucht hat: Super Bowl, Daytona 500, MMA-Turniere, College-Ringermeisterschaften und die Klub-Weltmeisterschaft. Die Reaktionen variieren je nach Veranstaltungsort und reichen von begeistertem Jubel bis zu lautem Buhen.

Rolex und Zollstreit

Die Einladung von Rolex blieb nicht unbemerkt. Trump hat hohe Zölle auf Schweizer Importe verhängt, was die Uhrenindustrie hart trifft. Das Weiße Haus hat sich zu dem seltsamen Paradoxon, dass ein Präsident die Gastfreundschaft einer ausländischen Marke annimmt, die durch seine eigene Handelspolitik stark belastet wird, nicht geäußert.

Der in Queens, der Heimatstadt des Turniers, geborene Trump war als Immobilienmogul und Fernsehstar lange Zeit regelmäßig bei den US Open dabei, bevor er 2015, zu Beginn seiner politischen Karriere, ausgebuht wurde. Zehn Jahre später bestätigt seine Rückkehr, dass er selbst in seiner Heimatstadt eine ebenso allgegenwärtige wie spaltende Figur bleibt.