Im Falle seiner Wahl verspricht Jean-Luc Mélenchon eine vollständige Umgestaltung der privaten Medienlandschaft.
Im Falle seiner Wahl verspricht Jean-Luc Mélenchon eine vollständige Umgestaltung der privaten Medienlandschaft.

Wie franceinfo und France Inter aus Quellen aus dem Umfeld des Kandidaten berichten, dürfte die Maßnahme die Medienwelt erschüttern: Jean-Luc Mélenchon, Kandidat der Partei La France Insoumise bei den Präsidentschaftswahlen 2027, will große private Medienkonzerne bereits im ersten Quartal nach einem möglichen Wahlsieg zerschlagen. Das erklärte Ziel ist die Bekämpfung der Medienkonzentration, die als unvereinbar mit demokratischem Pluralismus gilt, insbesondere wenn diese Konzerne Milliardären gehören.

Diese Maßnahme ist Teil der wiederkehrenden Kritik von La France Insoumise (LFI) an den Hauptaktionären französischer Medienunternehmen, darunter Vincent Bolloré, Patrick Drahi, Bernard Arnault und Xavier Niel, denen regelmäßig vorgeworfen wird, Einfluss auf die redaktionelle Linie ihrer Publikationen zu nehmen. Für LFI stellt die kapitalistische Kontrolle über Informationen eine strukturelle Bedrohung für die journalistische Unabhängigkeit und damit letztlich für die Qualität der demokratischen Debatte dar.

Ein verfassungsrechtlich und rechtlich gefährliches Ziel

Die rechtliche Machbarkeit eines solchen Projekts ist völlig ungewiss. Die Zerschlagung privater Gruppen durch administrative oder legislative Maßnahmen würde erhebliche Fragen hinsichtlich Eigentumsrechten, unternehmerischer Freiheit und Frankreichs europäischen Verpflichtungen aufwerfen. Jede Verstaatlichung oder Zwangsauflösung von Medienunternehmen bedürfte eines soliden Rechtsrahmens, der einer Rüge durch den Verfassungsrat standhält, ohne dass ein Erfolg garantiert wäre.

In einem bereits stark besetzten linken Präsidentschaftswahlkampf zielt diese Ankündigung auch darauf ab, Mélenchon von seinen Rivalen abzugrenzen, indem er eine radikale Position einnimmt, die weder Raphaël Glucksmann noch François Hollande vertreten. Sie entfacht erneut eine Debatte über Medienbesitz, die in der gesamten französischen Linken geführt wird, die aber bisher nur wenige Kandidaten in einen so direkten und überholten Regierungsvorschlag umgesetzt haben.

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