In Saint-Denis haben sich die Spannungen innerhalb der Stadtpolizei seit der Wahl des LFI-Bürgermeisters Bally Bagayoko deutlich verschärft. Laut mehreren vom Magazin Entrevue bestätigten Quellen haben bereits fast 90 der 140 Beamten der Stadt begonnen, ihren Dienst zu quittieren und sich bei anderen Gemeinden zu bewerben. Diese Massenflucht könnte den Polizeidienst schnell lahmlegen.
Diese Versetzungsanträge, die oft diskret gestellt werden, werden erst offiziell, wenn eine andere Stelle gefunden wurde, was auf eine Reihe bevorstehender Abgänge hindeutet. Die Unruhe betrifft auch die höheren Ränge: Der Leiter der Stadtpolizei verlässt Berichten zufolge die Stadt, ebenso wie sein Stellvertreter. Mehrere Führungskräfte des mittleren Managements folgen diesem Beispiel, darunter die Verantwortlichen für Videoüberwachung und die motorisierte Einheit.
Die Wurzel dieser Krise liegt in der erklärten Absicht des neuen Bürgermeisters, die Stadtpolizei schrittweise zu entwaffnen, beginnend mit der Entfernung ihrer nicht-tödlichen Waffen. Diese Politik hat bei den Beamten ernsthafte Besorgnis ausgelöst, die eine Schwächung ihrer Handlungsfähigkeit in einem ohnehin angespannten Sicherheitsklima beklagen.
Diese für einige LFI-Gemeinden bezeichnende politische Entscheidung scheint nun ein Auslöser für einen Vertrauensverlust innerhalb der Stadt zu sein. Mehrere Städte haben bereits Kündigungen von Mitarbeitern erhalten, die anderswo, wo die Arbeitsbedingungen als stabiler gelten, bessere Angebote nutzen möchten.
Letztlich schwebt in Saint-Denis ein reales Risiko der Desorganisation über der lokalen Sicherheitslage. Angesichts einer Reihe von Abgängen und Unsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen Ausrichtung könnte die Gemeinde mit einem beispiellosen Mangel an Polizeibeamten konfrontiert werden – und das gerade in einer Zeit, in der die Erwartungen an die Sicherheit besonders hoch sind.
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