Prozess gegen Winzer wegen Beleidigung von Sandrine Rousseau: Spannungen in Carcassonne
Prozess gegen Winzer wegen Beleidigung von Sandrine Rousseau: Spannungen in Carcassonne

Am Freitag, dem 28. März, verhandelt das Strafgericht von Carcassonne gegen eine Winzerin aus der Region Aude. Ihr wird vorgeworfen, Sandrine Rousseau während einer politischen Reise im Juni 2023 sexistisch beleidigt zu haben. Die Abgeordnete der Grünen hat ihre Anwesenheit bei der Anhörung bestätigt. Vor dem Gerichtsgebäude ist eine Kundgebung zur Unterstützung der Angeklagten geplant.

Eine sexistische Beleidigung, die eine Reaktion provoziert

Der Vorfall geht auf einen Besuch der Grünen-Abgeordneten Sandrine Rousseau und Marine Tondelier in Fontiers-Cabardès in der Region Aude zurück, wo sie den Widerstand gegen das Projekt eines Luxus-Golfplatzes unterstützen wollten. Bei ihrer Ankunft erwartete sie ein Komitee von Bauern. Einer von ihnen soll Sandrine Rousseau angeschrien haben: „Geh und mach die Suppe, Schlampe.“ Der Pariser Mandatsträger ist der Ansicht, dass dieser Satz über die Beleidigung hinaus eine strafbare Form von Sexismus darstellt. „So kann man keine Politik machen. Es gibt einen demokratischen Rahmen, der gewahrt werden muss, sonst verfallen wir in die Barbarei“, sagte sie.

Mobilisierung in beiden Lagern

Der Fall hat eine starke Mobilisierung ausgelöst. Während die Confédération Paysanne ab 8 Uhr vor Gericht zur Unterstützung von Sandrine Rousseau „gegen sexistische Äußerungen“ aufruft, plant auch die Winzergewerkschaft Aude eine Kundgebung zur Verteidigung der betroffenen Winzerin. Der Prozess, der für 30 Uhr angesetzt ist, verspricht an der Schnittstelle politischer, feministischer und landwirtschaftlicher Kämpfe spannend zu werden.