Präsidentschaftswahlen 2027: Gabriel Attal steht kurz vor der Kandidatur, unter dem Druck seiner Partei und fünfhundert gewählter Amtsträger.
Präsidentschaftswahlen 2027: Gabriel Attal steht kurz vor der Kandidatur, unter dem Druck seiner Partei und fünfhundert gewählter Amtsträger.

Der ehemalige Premierminister Gabriel Attal kündigte am Dienstag auf einer Pressekonferenz an, sich „in den kommenden Tagen“ zu einer möglichen Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen 2027 zu äußern. Dies geschah nur wenige Tage, nachdem ihn 500 gewählte Kommunalpolitiker öffentlich aufgefordert hatten, für den Élysée-Palast zu kandidieren. Diese bevorstehende Ankündigung dürfte einer lange geplanten Kundgebung in Paris am 30. Mai vorausgehen, die nun den Anschein einer Startrampe erweckt.

Der Druck wuchs gleichzeitig an zwei Fronten. In einem Meinungsbeitrag, der am vergangenen Wochenende in der „Tribune Dimanche“ erschien, argumentierten gewählte Amtsträger, darunter Renaud Muselier, Präsident der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur, und Thomas Cazenave, Bürgermeister von Bordeaux, dass die Wahl 2027 einen Wendepunkt darstellen würde und Gabriel Attal genau der Richtige für das Land sei. Intern hatte der nationale Rat der Partei Renaissance seinerseits am 12. Mai mit überwältigender Mehrheit von 91 % einen Antrag verabschiedet, in dem er den Generalsekretär der Partei zur Kandidatur aufforderte.

Ein festgelegter Zeitplan, aber eine noch bedingte Kandidatur

Seit der Veröffentlichung seines Buches Ende April unternimmt Attal zahlreiche Reisen, wodurch seine Tour den Charakter eines ausgewachsenen Wahlkampfs erhält. Offiziell hat er bis zum 1. Oktober Zeit, seine Kandidatur zu erklären, die laut den Statuten von Renaissance „erst nach einer in den kommenden Wochen stattfindenden Abstimmung der Mitglieder wirksam wird“.

In einem Präsidentschaftswahlkampf, der insbesondere im rechten und Mitte-Spektrum stark besetzt ist – mit bereits erklärten oder noch ausstehenden Kandidaturen von Édouard Philippe, Bernard Cazeneuve, Raphaël Glucksmann und François Hollande –, setzt der 36-jährige ehemalige Premierminister auf sein junges Alter und seine anhaltende Popularität, um eine zentrale Position einzunehmen. Sein offizieller Einstieg in den Wahlkampf, der noch vor Monatsende erwartet wird, dürfte das Kräfteverhältnis innerhalb des Macron-Lagers, das weiterhin nach seinem natürlichen Nachfolger sucht, neu ordnen.

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