Michel Barnier kündigte am Freitag im Le Figaro an, Bruno Retailleau im Rennen um die Präsidentschaft der Republikaner zu unterstützen. Der ehemalige Premierminister betonte die gemeinsame Arbeit in Matignon und die „Solidarität“ seines ehemaligen Innenministers in Schlüsselfragen: nationale Souveränität, europäische Ambitionen und ökologischer Wandel. Ohne zu zitieren Laurent WauquiezBarnier, der andere Anwärter auf den Posten, glaubt dennoch, dass die Rechte beide Männer brauchen wird.
Schwergewichtige Unterstützung und verschleierte Ambitionen
Mit Michel Barniers Unterstützung stärkt Bruno Retailleau seine Position als Spitzenkandidat. Er kann nun auf die Unterstützung fast aller großen Persönlichkeiten der Rechten zählen, von Gérard Larcher bis Valérie Pécresse, darunter Xavier Bertrand und David Lisnard. Ihm gegenüber hat Laurent Wauquiez weitere lokale Unterstützer und ehemalige Parteiführer wie Christian Jacob in seinen Reihen.
Auf die Frage nach einer möglichen Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen 2027 schloss Michel Barnier nichts aus. Er bleibt vage, erwähnt aber eine mögliche Allianz mit Retailleau: „Wir haben bereits vertrauensvoll als Team zusammengearbeitet“, betont er, glaubt aber, dass ein künftiger Präsident aus dem rechten Lager seine Mehrheit „um eine Kultur des Kompromisses herum organisieren“ müsse.
Und schließlich distanziert sich Barnier hinsichtlich der französisch-algerischen Spannungen von seinem ehemaligen Minister. Er plädiert für einen Dialog mit Algier, während Bruno Retailleau einen energischeren Ansatz verfolgt. Eine Nuance, die ihre Temperamente offenbart, ihr politisches Verständnis im Vorfeld des Parteitags am 17. und 18. Mai jedoch keineswegs beeinträchtigt.