Agnès Evren, Senatorin aus Paris , prangerte am Samstag in der Sendung LCI die Mängel im Kinderschutz an Schulen und in außerschulischen Einrichtungen an. Sie kritisierte insbesondere die Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen dem Bildungsministerium und den Kommunen, wodurch Familien ihrer Ansicht nach im Falle eines schwerwiegenden Vorfalls keinen klaren Ansprechpartner hätten.
Für Agnès Evren ist die bestehende Schutzkette noch immer zu schwach. Die Senatorin weist darauf hin, dass die Schulzeit in die Zuständigkeit des Bildungsministeriums fällt, während außerschulische Aktivitäten in der Verantwortung der Kommunen liegen. Dieses System funktioniere zwar im Alltag, doch seine Schwächen würden sich ihrer Ansicht nach sofort bei einem schwerwiegenden Vorfall zeigen.
Sie beschreibt die Erfahrung von Eltern, die sich zunächst an die Schulleitung wenden und dann bei einem Vorfall während der Nachmittagsbetreuung an das Rathaus verwiesen werden. Dort stoßen die Familien dann möglicherweise auf die Vertraulichkeit der Ermittlungen oder die Unschuldsvermutung. „Nicht die Informationen selbst lösen Panik aus, sondern dieses Schweigen“, meint sie.
„Ein ständiges Hin und Her“
Agnès Evren gibt an, mehrere Eltern interviewt zu haben, die dieselbe Ansicht vertraten. Sie spricht von einem „totalen und absoluten Ehrenkodex des Schweigens“, der ihrer Aussage nach verschiedene Ebenen der institutionellen Kette durchdringe: Polizei, Justiz, staatliches Bildungswesen und Kommunen.
Die Senatorin prangert insbesondere eine „Verwässerung der Verantwortlichkeiten“ und ein „ständiges und endloses Hin- und Herschieben der Verantwortung“ an. Diese Situation, so argumentiert sie, fördere ein tiefes Gefühl der Verlassenheit und des Misstrauens in den Familien gegenüber den Institutionen, die mit dem Schutz ihrer Kinder beauftragt sind.
