Gestern versuchte Olivier Faure auf BFMTV, den Spekulationen ein Ende zu setzen: Es gebe „keine nationale Vereinbarung“ zwischen der Sozialistischen Partei und La France Insoumise für die Präsidentschaftswahlen 2027 und die darauffolgenden Parlamentswahlen. Eine klare Aussage, fast schon eine Feststellung, zu einem Zeitpunkt, an dem der Erste Sekretär mit internen Turbulenzen zu kämpfen hat und ihm vorgeworfen wird, die Bildung von Basisbündnissen mit La France Insoumise zugelassen zu haben.
Am Dienstag meldeten sich mehrere Parteifunktionäre im nationalen Hauptquartier zu Wort. Sie kritisierten die Zusammenlegungen zwischen den beiden Wahlgängen der Kommunalwahlen in Städten wie Nantes, Brest, Clermont-Ferrand, Toulouse und Limoges. Diese seien zwar als taktische Manöver dargestellt worden, hätten aber in den meisten Fällen keinen Einfluss auf das Wahlergebnis gehabt. Hinter den Kulissen lautet die Kritik eindeutig: Durch eine Reihe kleiner, lokaler Absprachen erwecke die Sozialistische Partei (PS) den Eindruck, La France Insoumise (LFI) zu folgen, ohne selbst eine klare Richtung zu verfolgen.
Die kommunalen Vereinbarungen, der Zündfunke, der die Sozialistische Partei in Brand setzte
Olivier Faure weigert sich seinerseits, die Rolle des Drahtziehers dieser Allianzen zu übernehmen. Er nennt eine Zahl von „0,6 %“ der sozialistischen Kandidaten, die zwischen den beiden Wahlgängen Abkommen mit La France Insoumise (LFI) geschlossen haben, und mahnt, das Ausmaß dieses Phänomens zu relativieren. Die implizite Botschaft an den Leser: viel Lärm um nichts. Er schiebt die Schuld vor allem lokalen Strippenziehern zu, jenen gewählten Amtsträgern, die die Realität manipulieren, während sich Paris auf die Strategie konzentriert.
Das politische Problem bleibt bestehen und ist brisanter denn je. Faure zieht eine klare Trennlinie zwischen den Wählern von La France Insoumise und Jean-Luc Mélenchon: „Ich bin nicht unversöhnlich mit allen Wählern von La France Insoumise. Unsöhnlich bin ich mit ihrem Vorsitzenden“, sagt er und zielt damit auf einen Politiker ab, dem er antisemitische Äußerungen vorwirft und den er bereits als „Belastung für die Linke“ bezeichnet hat. Die Tür ist somit an der Spitze verschlossen, doch die Schlösser halten nicht lange, wenn Kommunalwahlen anstehen … und die Linke noch immer nach ihrem natürlichen Kandidaten für 2027 sucht.
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