Nicolas Sarkozy Er sitzt erneut vor Gericht. Diesmal befragt ihn das Pariser Berufungsgericht im Fall der mutmaßlichen libyschen Finanzierung seines Präsidentschaftswahlkampfs 2007. Bis Donnerstag sind mindestens drei Tage für eine gefürchtete und mit Spannung erwartete Anhörung angesetzt: Punkt für Punkt die Verdächtigungen zu beantworten, die wie ein Schatten an seiner politischen Laufbahn haften.
Seit Beginn des zweiten Prozesses am 16. März hält sich der ehemalige Staatschef bedeckt und präsentiert sich in einer als feierlich beschriebenen Atmosphäre. Bereits am 18. März gab er den Ton an, als er die Anklagepunkte zurückwies: „Ich habe keine der Taten begangen, für die ich verurteilt wurde. Ich werde all meine Kraft einsetzen, um diese Wahrheit zu verteidigen, die tief in mir verwurzelt ist.“ Eine Aussage, die sowohl kämpferisch als auch persönlich ist und zugleich seine Strategie offenbart: standhaft bleiben, wiederholen und überzeugen, ohne sich von der gegnerischen Darstellung in die Enge treiben zu lassen.
Ein ehemaliger Präsident, anhaltende Verdächtigungen und die Erinnerung an die UTA
Inmitten der technischen Diskussionen und widersprüchlichen Termine rückte ein weiteres Thema in der Anhörung wieder in den Vordergrund: der Bombenanschlag auf die UTA DC-10 am 19. September 1989 in Niger, bei dem 170 Menschen, darunter 54 französische Staatsbürger, ums Leben kamen. Am 1. April erinnerten Angehörige der Opfer an das tiefe Leid, das dieser Fall mit sich bringt. Im Mittelpunkt des Verfahrens stand die Rolle von Abdallah Senoussi, der in Frankreich in Abwesenheit verurteilt und als einer der Organisatoren dargestellt wurde. Die im ersten Prozess akzeptierte Annahme, dass die Aufhebung eines Haftbefehls eine der Bedingungen für mutmaßliche Zahlungen gewesen sein könnte, spielte dabei eine Rolle.
Nicolas Sarkozy, der in erster Instanz wegen „krimineller Verschwörung“ verurteilt und zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde, kündigte an, er werde während seiner Vernehmung die Fragen der Nebenkläger beantworten. Der Prozess selbst soll bis Ende Mai andauern; Claude Guéant fehlt aus gesundheitlichen Gründen. Der nächste Schritt, der unweigerlich ebenso politisch wie juristisch ist, steht noch aus: Die Berufung dürfte die Sachlage verändern, doch sie beseitigt nicht den anhaltenden Eindruck, dass dieser Fall mit jeder Verhandlung die Glaubwürdigkeit der ehemaligen Regierung infrage stellt und eine anhaltende Spannung hinsichtlich der bevorstehenden Entscheidung hinterlässt.
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