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Thierry Mariani, Europaabgeordneter der Rassemblement Nationale (RN), kritisierte in einem in sozialen Netzwerken veröffentlichten Video scharf die Politik von Emmanuel Macron im Libanon. Der Europaabgeordnete wirft dem französischen Präsidenten vor, zur politischen Pattsituation beizutragen, die die Wahl eines neuen libanesischen Präsidenten verhindert, indem er einen Kandidaten unterstützt, der für die Mehrheit der libanesischen Christen inakzeptabel ist und mit der Hisbollah in Verbindung steht.

Thierry Mariani macht seine „libanesischen Freunde“ auf eine Resolution zum Libanon aufmerksam, über die am Mittwoch, dem 12. Juli, im Europäischen Parlament abgestimmt werden muss. Ursprünglich von der Europäischen Volkspartei (EVP) unterstützt, zu der Les Républicains en France gehören, sei diese Resolution seiner Meinung nach zu einem „echten Schlag in den Rücken der Libanesen“ geworden.

In der Resolution wird dem libanesischen Volk vorgeworfen, es zugelassen zu haben, dass die Anti-Flüchtlings-Rhetorik aufblüht, und fordert, dass syrische Flüchtlinge auf libanesischem Boden bleiben und nicht nach Syrien zurückgeführt werden. Mariani betont, dass diese Situation für den Libanon, ein Land mit sechs Millionen Einwohnern, das derzeit zwei Millionen syrische Flüchtlinge beherbergt, unhaltbar sei. „Stellen Sie sich vor, wir müssten in Frankreich 22 Millionen Flüchtlinge aufnehmen“, erklärt Mariani und verdeutlicht das Ausmaß der Herausforderung, vor der der Libanon steht.

Anschließend kritisiert der Parlamentarier der Nationalen Versammlung die Resolution, weil sie den libanesischen politischen Parteien die Langsamkeit bei der Ernennung eines Präsidenten der Republik vorwirft. Ihm zufolge wäre Emmanuel Macron mitverantwortlich für diese blockierte Situation, indem er einen Kandidaten uneingeschränkt unterstützte, der für die Mehrheit der libanesischen Christen inakzeptabel ist. Mariani behauptet, dass der von Macron unterstützte Kandidat mit der Hisbollah in Verbindung steht, was im libanesischen Kontext ein schwerwiegender Vorwurf ist.

Thierty Mariani zieht aus dieser Situation drei wesentliche Schlussfolgerungen:

  • Ein Verrat an den Republikanern: Er wirft der Europäischen Volkspartei und im weiteren Sinne den Republikanern in Frankreich vor, nachgegeben und ihre libanesischen Gesprächspartner verraten zu haben, indem sie in der Frage der syrischen Flüchtlinge eine unnachgiebige Haltung eingenommen haben.
  • Zur europäischen Einmischung: Er kritisiert das Europäische Parlament für seine Einmischung und Androhung von Sanktionen und betont, dass diese Maßnahmen den Ansprüchen der EU, die libanesische Souveränität zu verteidigen, widersprechen.
  • Wirtschaftlicher und politischer Druck: Mariani besteht darauf, dass der Libanon von der europäischen Politik nicht länger als Paria behandelt werden darf, was zum Druck auf das libanesische Pfund und zur Abwanderung seiner Führungskräfte beiträgt. Ihm zufolge muss eine politische Umgestaltung des Libanon von und für die Libanesen selbst durchgeführt werden.

Er schließt seine Botschaft mit der Forderung nach einer europäischen Politik, die die libanesische Souveränität stärker respektiert und jede Form der Einmischung ablehnt. Er betont, dass der Libanon von der europäischen Politik nicht länger als Paria betrachtet werden müsse, und fordert einen Ansatz, der die Stabilität und den Wohlstand des Landes wirklich unterstützt.

Diese Kritik erfolgt vor dem Hintergrund wachsender politischer und wirtschaftlicher Spannungen im Libanon, die durch die massive Präsenz syrischer Flüchtlinge und die anhaltende Abwesenheit eines Präsidenten verschärft werden. Seine Kommentare verleihen der Debatte über ausländische Einmischung und die Verantwortung verschiedener internationaler Akteure in der Libanonkrise eine kontroverse Dimension.

Kurz gesagt wirft Thierry Mariani Emmanuel Macron vor, eine schädliche Rolle in der libanesischen Politik zu spielen, und fordert gleichzeitig mehr Solidarität und erneuten Respekt für die Souveränität des Libanon. Diese Erklärungen bergen die Gefahr, dass die Debatten über den Einfluss Frankreichs und Europas in dieser sensiblen Region neu entfacht werden.