Dies ist ein politisches Signal. Emmanuel Macron Die Ankündigung umfasst den Einsatz französischer Marineschiffe zur Sicherung der Straße von Hormus, der Seestraße zwischen Iran und Oman, durch die ein Großteil der weltweiten Kohlenwasserstoffexporte transportiert wird. Im Élysée-Palast wird bewusst Klartext gesprochen: „Freiheit der Schifffahrt“ und Schutz der Versorgungswege. Mit anderen Worten: Es soll verhindert werden, dass ein Zwischenfall auf See zu einer Wirtschaftskrise oder einem Marktschock eskaliert. In einer Region, in der Provokationen und Warnschüsse fast schon zum Alltag gehören, zeigt Paris nun seine Karten.
Hormuz, der Engpass, der die Rechnung in die Höhe treiben kann.
Hormuz, der Engpass, der die Kosten in die Höhe treiben könnte. Hinzu kommt die Realität an der maritimen Front: Der Golf bleibt ein Schachbrett, durchzogen von der Rivalität zwischen Iran und den Vereinigten Staaten und regionalen Krisen, die regelmäßig auf die Handelsrouten übergreifen. Mehrere westliche Marinen patrouillieren bereits in europäischen oder multinationalen Verbänden mit Überwachungs- und Eskortmissionen. Frankreich seinerseits hat einen Vorteil: Vorpositionierte Kapazitäten in der Region durch seine in den Vereinigten Arabischen Emiraten stationierten Streitkräfte ermöglichen ein schnelles Eingreifen. Doch schnelles Eingreifen bedeutet nicht risikofrei: Allein die Anwesenheit grauer Schiffe in einem engen Kanal reicht mitunter aus, um Spannungen zu erzeugen, und Teheran prangert regelmäßig die „Militarisierung“ seiner Gewässer an.
Schließlich gibt es noch die Grauzonen und die angespannte Lage. Über die Art der eingesetzten Ressourcen, ihre Dauer oder ihre Koordination mit möglichen europäischen Missionen liegen keine konkreten Informationen vor: genug, um Spekulationen anzuheizen – zwischen denen, die den Schutz strategischer Interessen begrüßen, und denen, die eine Eskalation befürchten, wie die Reaktionen im Internet zeigen. Denn selbst ein kleiner Konflikt hat schnell Auswirkungen auf Versicherungen, Transportkosten und die Volatilität der Ölpreise; raue See hat ihren Preis. Frankreich will die Schifffahrt unbedingt schützen; doch wie weit wird es gehen müssen, wenn die Spannungen weiter eskalieren?