Der Staat ebnet den Weg für Entschädigungen für Schäden im Zusammenhang mit Chlordecon.
Der Staat ebnet den Weg für Entschädigungen für Schäden im Zusammenhang mit Chlordecon.

Im Umgang mit dem Chlordecon-Gesundheitsskandal in den französischen Antillen wurde ein neuer Schritt unternommen. Das Gesetz, das die staatliche Verantwortung für diese langjährige Umweltverschmutzung offiziell anerkennt, ist nach seiner Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft getreten. Es ebnet den Weg für Gespräche über Entschädigungszahlungen an die von den Folgen dieser historischen Kontamination Betroffenen.

Die Regierung hat nun ein Jahr Zeit, dem Parlament einen Bericht vorzulegen, der die Voraussetzungen für eine Ausweitung des bestehenden Entschädigungsprogramms auf Opfer von Pestizidbelastung prüft. Die Finanzierung der gesetzlich vorgesehenen Maßnahmen wird insbesondere durch eine zusätzliche Abgabe auf Tabakwaren erfolgen.

Der Staat erkennt seine Mitverantwortung an.

Erstmals hat das Parlament die Verantwortung der öffentlichen Behörden für die in Guadeloupe und Martinique entstandenen gesundheitlichen, ökologischen, wirtschaftlichen und moralischen Schäden offiziell anerkannt. Chlordecon wurde trotz Warnungen vor seiner Giftigkeit jahrzehntelang auf Bananenplantagen in den französischen Antillen eingesetzt. Dieses persistente Molekül verseucht weiterhin Boden, Wasser und große Teile der lokalen Bevölkerung.

Das Gesetz legt mehrere Prioritäten für die kommenden Jahre fest: die beschleunigte Sanierung der betroffenen Gebiete, die Unterstützung der Landwirtschaft und Fischerei, die unter den Folgen der Kontamination leiden, die Intensivierung der Forschung zu den mit dieser Belastung verbundenen Krankheiten und die Verbesserung der Versorgung der Opfer. Diese Gesetzesänderung erfolgt vor dem Hintergrund einer erwarteten Gerichtsentscheidung über eine mögliche Wiederaufnahme der strafrechtlichen Ermittlungen in diesem Fall, der seit vielen Jahren im Zentrum der Forderungen karibischer Verbände steht.

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