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Narendra Modi, Indiens Premierminister, spricht am Dienstag, dem 4. Juni 2024, in der Nacht der Bekanntgabe der Wahlergebnisse in der Zentrale der Bhartiya Janata Party (BJP) in Neu-Delhi, Indien. Modi gelobte, auch nach dem Verlust der Mehrheit seiner Partei im Parlament weiterhin Premierminister Indiens zu bleiben. Damit ist er zum ersten Mal seit seinem stürmischen Machtantritt vor einem Jahrzehnt gezwungen, sich bei der Regierungsbildung auf Verbündete zu verlassen. Fotograf: Prakash Singh/Bloomberg via Getty Images

Der indische Premierminister, Narendra Modibereitet sich auf einen Besuch in der Ukraine vor, der nach seinem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin Anfang Juli einen bedeutenden diplomatischen Meilenstein darstellt. Obwohl das indische Außenministerium das genaue Datum dieses Besuchs in der Ukraine und Polen nicht bekannt gegeben hat, deuten indische Medienberichte darauf hin, dass er noch in dieser Woche stattfinden könnte.

Indien hat unter der Führung von Narendra Modi eine heikle Position beim Ausgleich seiner historischen Beziehungen zu Russland und beim Versuch, seine Sicherheitspartnerschaften mit westlichen Nationen zu stärken, beibehalten, vor allem um dem wachsenden Einfluss Chinas in der Region entgegenzuwirken. Seit dem Kalten Krieg pflegen Indien und Russland enge Beziehungen, wobei Moskau als Waffenlieferant für Neu-Delhi eine Schlüsselrolle spielt.

Trotz der russischen Invasion in der Ukraine vor mehr als zwei Jahren hat sich die indische Regierung entschieden, das Vorgehen Moskaus nicht ausdrücklich zu verurteilen, sondern stattdessen beide Seiten aufzufordern, ihre Differenzen im Dialog beizulegen. Diese Neutralitätshaltung wurde durch die Enthaltung Indiens bei den UN-Abstimmungen zur Sanktionierung Russlands verdeutlicht.

Narendra Modis Besuch in Moskau Anfang Juli fand inmitten einer angespannten Lage statt. Nur wenige Stunden zuvor hatte es in der Ukraine eine Reihe russischer Angriffe auf Städte gegeben, bei denen Dutzende Menschen getötet und ein Kinderkrankenhaus in Kiew beschädigt wurden. Der Besuch war zudem geprägt von einer öffentlichen Umarmung zwischen Modi und Putin – ein Bild, das den ukrainischen Präsidenten erzürnte. Volodymyr Zelensky.

Seit Beginn des Konflikts ist Russland zu einem wichtigen Lieferanten von vergünstigtem Rohöl für Indien geworden, ein entscheidender Deal für Neu-Delhi angesichts der von westlichen Ländern gegen Moskau verhängten Sanktionen. Darüber hinaus hat Indien Russland unter Druck gesetzt, mehrere seiner Bürger zurückzuschicken, die als „Unterstützungsjobs“ beim russischen Militär tätig waren, dann aber an die Front in der Ukraine geschickt wurden. Leider kamen bei diesem Konflikt mindestens fünf von ihnen ums Leben.

Während sich Narendra Modi auf einen Besuch in der Ukraine vorbereitet, wird der Besuch sowohl von der internationalen Gemeinschaft als auch von den wichtigsten am Konflikt beteiligten Akteuren genau unter die Lupe genommen, da Neu-Delhi versucht, sich sorgfältig in einer zunehmend komplexeren geopolitischen Landschaft zurechtzufinden.