Das Parlament erkennt den Schaden an, der den Minderjährigen von Réunion zugefügt wurde, die auf das französische Festland umgesiedelt wurden.
Das Parlament erkennt den Schaden an, der den Minderjährigen von Réunion zugefügt wurde, die auf das französische Festland umgesiedelt wurden.

Das Parlament verabschiedete am Dienstag endgültig ein Gesetz zur Anerkennung und Wiedergutmachung des Leids der „Kinder von Creuse“, jener Tausenden von Bergleuten aus Réunion, die zwischen 1962 und 1984 auf das französische Festland umgesiedelt wurden. Der Text wurde nach einer ersten positiven Abstimmung in der Nationalversammlung einstimmig vom Senat gebilligt und markiert damit einen neuen Schritt zur Anerkennung dieses Problems, das für viele Familien aus Réunion lange Zeit schmerzhaft war.

Zwischen 1962 und 1984 wurden 2.015 Kinder von Réunion in 83 Departements der Metropolregion umgesiedelt, vorwiegend in ländliche Gebiete mit Bevölkerungsrückgang. Offiziell als Maßnahme der Regionalentwicklung dargestellt, führte diese Politik zu Familientrennungen, Identitätskrisen und in einigen Fällen zu Missbrauch oder extremer Armut.

Offizielle Anerkennung und ein Recht auf Wiedergutmachung

Die Ministerin für die Überseegebiete, Naïma Moutchou, lobte den Text als „gerecht und würdevoll“, während mehrere gewählte Vertreter von Réunion an das Leid der vertriebenen Kinder und ihrer auf der Insel zurückgebliebenen Familien erinnerten. Viele Eltern sahen ihre Kinder nie wieder, nachdem diese auf das französische Festland geflohen waren.

Der Text sieht die Einrichtung einer Gedenkkommission, die Einführung eines nationalen Gedenktages jährlich am 18. Februar und einen Mechanismus zur finanziellen Entschädigung vor. Über einen staatlich finanzierten Fonds kann den Opfern oder ihren Nachkommen eine Einmalzahlung geleistet werden.

Dieses Gesetz reiht sich ein in die Reihe anderer Anerkennungsmaßnahmen, die in den letzten Jahren für verschiedene Bevölkerungsgruppen, die Opfer staatlicher Entscheidungen wurden, verabschiedet wurden. Mehr als ein halbes Jahrhundert nach den ersten Umsiedlungen stellt es einen neuen Schritt in der Aufarbeitung einer der umstrittensten Episoden der jüngeren Geschichte Réunions dar.

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