117591
117591

Tanz eine kürzlich im Journal du Dimanche (JDD) veröffentlichte KolumneDer Autor Marek Halter äußert seine tiefe Besorgnis über den aktuellen Zustand der französischen Gesellschaft. Ihm zufolge wird die Gesundheit einer Gesellschaft nicht nur an ihrer Wirtschafts- oder Außenpolitik gemessen, sondern vor allem an der Qualität der Beziehungen zwischen ihren Bürgern und den ihnen zur Verfügung stehenden Freiheiten. Mit einem Zitat Goethes erinnert Halter daran, dass „die Juden das Gradmesser für den Grad der Humanität der Menschlichkeit sind“, eine Beobachtung, die im aktuellen Kontext eine schwer kranke Gesellschaft widerspiegelt.

Halter betont die entscheidende Bedeutung von Minderheiten für das Überleben der Demokratie, eine Idee, die er Camus zuschreibt. Doch im Trubel der Debatten um die Verteilung des Reichtums, das Klima, Gaza und die Ukraine scheint die Minderheitenfrage oft vernachlässigt zu werden. Für Halter wird die Demokratie durch eine Bevölkerung bedroht, die durch Propaganda und demagogische Stimmen manipuliert wird, ein Konzept, das von Hannah Arendt übernommen wurde.

Juden in Frankreich: Eine Gemeinschaft verliert die Orientierung

Angesichts dieser Situation stellt Halter fest, dass die Juden Frankreichs in ein tiefes Dilemma geraten. Sollten sie eine Linke unterstützen, die von antisemitischen Kernen geprägt ist, die als Antizionismus getarnt sind, oder eine Rechte, die immer noch vom alten Antisemitismus durchdrungen ist? Keine dieser Optionen scheint sie wirklich zu schützen oder ihnen einen klaren Weg nach vorne zu bieten.

Die Angst ist unter den Juden Frankreichs allgegenwärtig und wird durch gewalttätige und antisemitische Vorfälle wie den Angriff eines zwölfjährigen Mädchens durch junge Nazilons noch verstärkt. Diese Angst, bemerkt Halter, führt bestimmte jüdische Intellektuelle zu überraschenden Positionen, manchmal sogar zugunsten der extremen Rechten, trotz der historischen Feindseligkeit dieser Bewegung ihnen gegenüber.

Ein Aufruf zum Handeln

Halter fordert die Bürger auf, aufzuwachen und die Realität zu erkennen. Er fordert eine massive Mobilisierung für Demokratie, bei der Empathie, Weisheit und Gerechtigkeit die Schlüsselwörter wären. Es ermutigt die Wähler, Kandidaten zu wählen, die sich für die Bekämpfung von Antisemitismus und Rassismus einsetzen, und fordert Journalisten auf, in Wahlinterviews klare Fragen zu diesen wichtigen Themen zu stellen.

Die Botschaft von Marek Halter ist ein lebendiger Aufruf zu Einigkeit und Wachsamkeit. Es fordert eine Republik, die ihren Werten „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ treu bleibt und in der sich jeder Bürger, unabhängig von seiner Herkunft, sicher und respektiert fühlen würde. Die Welt schaut zu, schlussfolgert er, und es ist an der Zeit, dass die schweigende Mehrheit ihre Stimme erhebt, um die Grundprinzipien unserer Demokratie zu verteidigen.