Algerie
Algerie

Die diplomatischen Spannungen zwischen Frankreich und Algerien verschärfen sich. Nach Marseille und Montpellier hat Algier beschlossen, seine konsularischen Beziehungen mit der Stadt Nizza und den Behörden der Region Alpes-Maritimes einzustellen. Diese Entscheidung hat die Einstellung der konsularischen Anhörungen algerischer Staatsangehöriger in Verwaltungshaftzentren sowie die Aussetzung der für ihre Ausweisung erforderlichen Pässe zur Folge.

Diese Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen den beiden Ländern. Algerien weigert sich seit Wochen, mehrere seiner illegalen Staatsangehörigen zurückzunehmen, von denen einige in Frankreich verurteilt wurden. Bislang konnten 23 Algerier, die der Verpflichtung zum Verlassen des französischen Territoriums (OQTF) unterliegen, aufgrund mangelnder Kooperationsbereitschaft seitens Algiers nicht ausgewiesen werden.

Diese Situation erzürnt die französische Regierung. Innenminister Bruno Retailleau prangerte diese Sackgasse kürzlich an und kündigte die Umsetzung einer „abgestuften Reaktion“ an. Eine Liste mit mehreren Hundert Personen, die sich in einem irregulären Zustand befinden und als gefährlich eingestuft werden, wird derzeit erstellt und in Kürze den algerischen Behörden vorgelegt.

Mit dieser erneuten Aussetzung der konsularischen Beziehungen hat die Pattsituation zwischen Paris und Algier ein beispielloses Ausmaß erreicht. Es bleibt abzuwarten, wie die diplomatischen Reaktionen der beiden Länder in dieser brisanten Frage als nächstes aussehen werden.