In einer bedeutsamen Wendung der Ereignisse hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den Chef des Inlandsgeheimdienstes (Shin Bet), Ronen Bar, scharf gerügt und ihn aufgefordert, seine Pflichten zu respektieren und sich nicht in Angelegenheiten einzumischen, die nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fallen.
Der Vorfall ereignete sich während einer Regierungssitzung, in deren Verlauf beschlossen wurde, die Einsetzung einer Untersuchungskommission zum Anschlag vom 7. Oktober 2023 um drei Monate zu verschieben.
Netanjahu äußerte sich verärgert über die Intervention von Bar, der seine Meinung zur Untersuchungskommission kundtun wollte. Er hielt diese Position für unangemessen, da er der Ansicht war, dass sich der Chef des Shin Bet nicht in Angelegenheiten einmischen sollte, die außerhalb seines Verantwortungsbereichs lägen.
Diese Spannungen kommen zu einem kritischen Zeitpunkt, kurz nach der Veröffentlichung des Berichts einer unabhängigen Untersuchungskommission am 26. November 2024. Der Bericht wirft Netanjahu vor, er habe die sicherheitspolitischen Entscheidungsprozesse in Israel geschwächt und so zum Scheitern der Reaktion auf den Hamas-Anschlag beigetragen.
Er weist darauf hin, dass die politische Führung unter Netanjahu die Spaltungen zwischen den Sicherheitsdiensten und dem Militär verschärft habe, was Israel gegenüber dieser Überraschungsoffensive angreifbar mache.
Der Bericht behauptet außerdem, dass die Regierung und die Sicherheitsdienste ihrer Aufgabe, die israelische Zivilbevölkerung während des verheerenden Angriffs zu schützen, nicht nachgekommen seien.