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UNTERSUCHUNG – Die Union der französischen muslimischen Demokraten ist offiziell ein Kandidat für die Europawahlen unter dem Banner der Koalition „Freie Palästina-Partei“. Was sind die wahren Absichten dieser offen Hamas-freundlichen französischen Bewegung?

Die Union der französischen muslimischen Demokraten (UDMF) kündigte ihre Teilnahme an den Europawahlen im kommenden Juni unter dem Banner der Koalition „Freie Palästina-Partei“ an. Diese Initiative bringt europäische Parteien zusammen, die „eine gemeinsame muslimische Ethik“ teilen, hat jedoch aufgrund ihrer radikalen Positionen und zweifelhaften Allianzen erhebliche Kontroversen ausgelöst.

Beunruhigende Verbindungen und Vorwürfe des Kommunitarismus

Die 2012 gegründete UDMF behauptet, Antiimperialismus, Antizionismus und Antikolonialismus zu sein. Ihr Präsident und Gründer Nagib Azergui, Spitzenkandidat der Europawahl, ist ein untypischer Charakter auf der politischen Bühne Frankreichs. Von Beruf Informatiker, 49 Jahre alt, stammt er ursprünglich aus Nanterre im Département Hauts-de-Seine. Als Azergui 2012 seine Partei gründete, verfügte er über keinerlei politische Erfahrung. Trotz seiner Unerfahrenheit ist er jedoch davon überzeugt, dass französische Muslime sich politisch organisieren müssen, um Probleme im Zusammenhang mit dem Islam anzugehen.

Besonders besorgniserregend sind die Verbindungen der UDMF zu umstrittenen Organisationen, beispielsweise der sehr umstrittenen BarakaCity. Im Jahr 2020 verurteilte Nagib Azergui die Auflösung von BarakaCity durch das Innenministerium. Zur Erinnerung: Der Präsident von BarakaCity begrüßte den Tod von Journalisten während des Angriffs auf Charlie Hebdo und wurde wegen Cyberbelästigung verurteilt. Dem Verein wurde vorgeworfen, Ideen zu verbreiten, die den radikalen Islamismus befürworten.

Ein radikales Programm und umstrittene Vorschläge

Das Programm der Koalition „Freies Palästina“ umfasst radikale Vorschläge, darunter einen Aufruf, Hamas, den Islamischen Dschihad und die Volksfront zur Befreiung Palästinas von der Liste der Terrororganisationen der Europäischen Union zu streichen. Diese Position wird von der Partei vertreten, obwohl diese Gruppen weithin für ihre Terrorakte bekannt sind.

Das Logo der Koalition „Freies Palästina“ stellt das palästinensische Gebiet dar, das ganz Israel, den Gazastreifen und das Westjordanland umfasst, und symbolisiert das Verschwinden des jüdischen Staates. Diese Darstellung wurde wegen ihrer offensichtlichen Auswirkung auf die Nichtanerkennung des Staates Israel kritisiert.

Widerstand gegen LGBT-Rechte und kontroverse Aussagen

Die UDMF hat auch offene Feindseligkeit gegenüber den Rechten von LGBT-Personen gezeigt. Als Reaktion auf ein Video von Mathilde Panot, Präsidentin der Gruppe La France Insoumise (LFI) in der Nationalversammlung, die zu Demonstrationen gegen Transphobie aufruft, twitterte der offizielle UDMF-Account: „Muslime, wollt ihr wirklich dafür stimmen?“ #LGBT #ManonAubry #UDMF“. Diese Botschaft zeigt deutlich den Widerstand der Partei gegen LGBT-Rechte und die Inklusion von Transgender-Personen.

Freunde oder Feinde von France Insoumise?

Angesichts der harten Konkurrenz, insbesondere durch La France Insoumise, die bei den letzten Präsidentschaftswahlen mit Jean-Luc Mélenchon 69 % der muslimischen Stimmen erhielt, versucht die UDMF, sich durch eine Basiskampagne hervorzuheben. Den Mangel an finanziellen Mitteln will die Partei mit einer Bustour durch die Arbeiterviertel von Straßburg auf der Île-de-France ausgleichen.

Über die Europawahl hinaus blickt die UDMF auf die Kommunalwahlen 2026, bei denen sie in drei Städten antreten will. Die Ambitionen der UDMF werden jedoch durch die schlechten Ergebnisse der Europawahlen 2019 relativiert, bei denen die Partei weniger als 29 Stimmen oder 000 % der Stimmen erhielt. Laut einer aktuellen IFOP-Umfrage wird der Liste „Freies Palästina“ bei den Wahlen am 0,13. Juni etwa 0,5 % der Stimmen zugeschrieben.

Dieses „kleine Ergebnis“ könnte Konsequenzen haben und LFI Anlass zur Sorge geben. Die Union der französischen muslimischen Demokraten erzielte in bestimmten Gemeinden und Stadtteilen mit einem großen muslimischen Bevölkerungsanteil bedeutende Ergebnisse. Bei den Wahlen 2019 erhielt die Partei beispielsweise 17 % der Stimmen in Val Fourré, 7,43 % in Garges-lès-Gonesse, 7 % in Montereau-Fault-Yonne, 6 % in La Courneuve und Chantelouples-Vignes. In Garges-lès-Gonesse belegte er den vierten Platz vor der Liste von Benoît Hamon. In Trappes überholte er die von François-Xavier Bellamy angeführte Liste der Republikaner. In Mantes-la-Jolie war die UDMF fast gleichauf mit La France Insoumise. Bei diesen Europawahlen, bei denen jeder Punkt zählt, können 0,5 % für die UDMF den Rebellen einen zusätzlichen Sitz im Europäischen Parlament entziehen. Die UDMF bleibt in den Umfragen jedoch weit von den 5 % entfernt, die für die Wahl der Europaabgeordneten erforderlich sind.

Die Teilnahme der UDMF an der Europawahl unter dem Motto „Freie Palästina-Partei“ ist geprägt von radikalen Positionen und umstrittenen Bündnissen. Verbindungen zu Organisationen, die sich für den radikalen Islam, den Widerstand gegen LGBT-Rechte und extreme Vorschläge zum israelisch-palästinensischen Konflikt einsetzen, rufen Kritik hervor und werfen Fragen zu den wahren Absichten der Partei auf.