Am Samstag wählte der Präsident der Republik Alexandria als Auftaktort seiner fünftägigen Afrikareise – mit einer klaren und unverkennbar französischen Botschaft: Sprache und Bildung als Visitenkarten. Gemeinsam mit Präsident Abdel Fattah al-Sisi weihte er den neuen Campus der Senghor-Universität der Frankophonie in Borg el-Arab ein und lobte ein „großartiges universalistisches Projekt“. Dieses Bild wirkt sorgfältig inszeniert, fast kalkuliert, in einer Region, in der Frankreich bestrebt ist, sich Gehör zu verschaffen, ohne dabei lautstark aufzutreten.
In Nairobi geht die Diplomatie von Worten zu Verträgen über.
Während ihres Besuchs erörterten die beiden Staatsoberhäupter laut Élysée-Palast auch die bilateralen Beziehungen und die Lage im Nahen Osten. Hinter den Fotos verbirgt sich jedoch eine weniger glanzvolle Realität: der schwindende französische Einfluss in mehreren westafrikanischen Ländern, die wechselnden Flaggen an einigen Regierungsgebäuden und die Konkurrenz durch Mächte, die schnell investieren und Versprechungen machen. Paris konzentriert sich daher verstärkt auf die Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung und Kultur – ein weniger brisantes Feld als die militärische Kooperation, nachhaltiger als bloße Erklärungen und ein Bereich, der bei jungen Afrikanern Anklang findet.
Nach einem mit Spannung erwarteten Besuch der Zitadelle von Qaitbay und einem Arbeitsessen reist der französische Präsident am Sonntag nach Nairobi, um sich mit William Ruto zu treffen und Abkommen zu unterzeichnen, unter anderem zwischen französischen und kenianischen Unternehmen. Am Montag und Dienstag werden die beiden Staatschefs gemeinsam den Africa Forward-Gipfel leiten. Dieser Gipfel gilt als erstes Treffen dieser Art mit afrikanischen Staatsoberhäuptern seit 2017 und ist zudem das erste, das in einem englischsprachigen Land stattfindet. Die Reise endet am Mittwoch in Addis Abeba mit Abiy Ahmed. Dieser äthiopische Teil der Tour wird letztendlich zeigen, ob Frankreich auch weiterhin eine bedeutende Rolle in Afrika spielen kann, indem es weniger lautstark auftritt, aber eine stärkere Präsenz aufbaut.
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