Am Donnerstagabend werden die vergoldeten Säle des Élysée-Palastes nach Provinzregen und dem Asphalt der Großstädte duften. Emmanuel Macron Es empfängt rund 500 Bürgermeister – neu gewählte und bereits im Amt befindliche – aus ländlichen Gemeinden wie auch aus Großstädten, die ein breites Spektrum politischer Ansichten vertreten. Der Zeitpunkt ist knapp bemessen, und die Symbolik ist bewusst gewählt: Einen Monat nach den Kommunalwahlen 2026 möchte die Exekutive den direkten Kontakt zu denjenigen wiederherstellen, die täglich an der Spitze stehen.
Im Élysée-Palast ist von einer Reihe von Veranstaltungen die Rede, die die lokalen Amtsträger „mobilisieren“ und die nach Ansicht vieler angeschlagene Beziehung wiederherstellen sollen. Laut seinem Umfeld wird der Präsident eine Rede halten. Die angekündigte Botschaft ist einfach, fast schon direkt: Er will ihre Arbeit loben und ihnen versichern, dass er auf sie zählt. Mit anderen Worten: Er will sie daran erinnern, dass die Republik nicht allein von Paris aus regiert wird, sondern vor allem in den lokalen Rathäusern gelebt wird.
Hinter den Kulissen betont das Präsidialamt ebenfalls den Schutzaspekt. Bürgermeister seien „oft Zielscheibe von Angriffen“, und der Élysée-Palast bezeichnet sie als „das lebendige Gefüge der Republik“. Diese Formulierung ist eindringlich und klingt wie eine Warnung: Die Exekutive will sich als Verteidiger der gewählten Kommunalpolitiker positionieren, jener, die die Hauptlast von Wut, Bedrohungen und Spannungen tragen und angesichts einer angespannten Gesellschaft oft völlig allein dastehen.
Eine große Besetzung, eine fehlende Person, die für Aufsehen sorgt.
Die von der AFP veröffentlichte Gästeliste vereint neue und bekannte Gesichter. Darunter befinden sich die neu gewählten LFI-Bürgermeister von Roubaix und Saint-Denis, David Guiraud und Bally Bagayoko, sowie der Sozialist Emmanuel Grégoire, der als Pariser Bürgermeisterkandidat vorgesehen ist. Der Élysée-Palast will damit Pluralismus demonstrieren, selbst wenn dies bedeutet, auch prominente politische Gegner einzuladen, deren Bürgermeisterämter oft als nationale Bühne dienen.
Eine Lücke bleibt bestehen. Auf der Liste vom 14. April, die als nicht vollständig gekennzeichnet ist, findet sich kein Bürgermeister des Rassemblement National, obwohl das Präsidialamt beteuert, mehrere Bürgermeister dieser Partei seien eingeladen worden. Die Präfekten sind beauftragt, die Teilnehmer in den einzelnen Départements zu ermitteln. Bislang wurde keine offizielle Liste veröffentlicht, was Raum für Misstrauen und Vorwürfe der Parteilichkeit lässt, obwohl der Élysée-Palast beteuert, die Tür sei nicht verschlossen.
Ein letztes, nicht unerhebliches Detail: Dieses Treffen bricht mit der Tradition, da das große Treffen der Bürgermeister üblicherweise im Herbst während des Bürgermeisterkongresses in Paris stattfindet. Indem Macron es so früh ansetzt, beschleunigt er den politischen Zeitplan und strebt eine unmittelbare politische Wirkung an: Er will sich als Präsident, der über Parteipolitik steht, direkt an die gewählten Kommunalpolitiker wenden. Es bleibt abzuwarten, ob diese Geste nachhaltige Wirkung zeigen wird oder ob sie lediglich ein weiteres Foto in einem bereits umfangreichen Fotoalbum sein wird.
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