Ein von La France Insoumise (LFI) verbreitetes Brandplakat hat das Pulverfass der Linken in Brand gesetzt. Dieses Bild wurde am Mittwoch, dem 5. Februar, veröffentlicht, nachdem die Sozialistische Partei (PS) sich geweigert hatte, für den Misstrauensantrag gegen die Regierung von François Bayrou zu stimmen. Es zeigt Olivier Faure, den Ersten Sekretär der PS, neben Marine Le Pen und steht unter dem provokanten Slogan: „Neue Allianzen“. Obwohl diese Veröffentlichung schnell zurückgezogen wurde, löste sie unter Sozialisten und mehreren Persönlichkeiten des linken Lagers einen Aufschrei aus.
Olivier Faure, das Hauptziel, reagierte sofort, indem er eine öffentliche Entschuldigung forderte. „Wahrscheinlich wird die Zeit für Entschuldigungen kommen“, schrieb er auf X (ehemals Twitter) und wurde dabei von zahlreichen PS-Führungskräften unterstützt. Er prangerte eine „beschämende“ und „stinkende“ Fusion an. Der sozialistische Abgeordnete Jérôme Guedj war der Ansicht, dieses Bild bestätige den endgültigen Bruch zwischen der PS und der LFI. Alexis Corbière, ein ehemaliger LFI-Manager, der heute bei den Umweltschützern arbeitet, hielt diesen Angriff für „politisch verrückt“ und warf LFI vor, „die extreme Rechte zu trivialisieren“.
Auch die ehemalige Rebellin Clémentine Autain brachte ihre Wut zum Ausdruck und bezeichnete das Plakat als „moralisches Versagen“, während Marine Tondelier, die nationale Sekretärin der Umweltschützer, sagte, sie sei zutiefst traurig über diese Kluft. „Dieses Plakat bricht einem das Herz, und ich glaube, das gilt auch für viele Wähler, die an die Neue Volksfront geglaubt haben“, klagte sie.
Einige Führungskräfte von LFI, etwa Danièle Obono und Sarah Legrain, blieben jedoch weiterhin offensiver und lehnten Entschuldigungen kategorisch ab. LFI rechtfertigt seine Haltung, indem es den PS einen „Verrat“ vorwirft, weil sie François Bayrou gerettet habe, und bezeichnet die Weigerung, für den Misstrauensantrag zu stimmen, als „implizite Unterstützung der Mehrheit“. Da für Montag der nächste Misstrauensantrag angesetzt ist, markiert dieser Streit offenbar das Ende eines Kapitels innerhalb der Linken und lässt wenig Hoffnung auf eine schnelle Versöhnung zwischen PS und LFI.