Charles-Henri Gallois wird neben Jordan Bardella Wirtschaftsberater des Europäischen Parlaments
Charles-Henri Gallois wird neben Jordan Bardella Wirtschaftsberater des Europäischen Parlaments

Der Präsident des Rassemblement National verstärkt sein Team. Charles-Henri Gallois, ehemaliger UPR-Manager und Gründer der Bewegung „Generation Frexit“, die sich inzwischen in „Let's Take Back Control!“ umbenannt hat, wurde zum Wirtschaftsberater ernannt. Jordan Bardela im Europäischen Parlament. Eine strategische Entscheidung weniger als zwei Jahre vor den Präsidentschaftswahlen, die den Wunsch des RN unterstreicht, einen souveränen und glaubwürdigen Wirtschaftsdiskurs zu strukturieren, der von Profilen aus dem privaten Sektor unterstützt wird.

Ein selbsternannter souveränistischer Weg

Charles-Henri Gallois, 37, Absolvent der EM Lyon, war viele Jahre in der Finanzwelt tätig, unter anderem bei Chanel und später bei TAG Heuer. Er wurde bekannt für seine entschiedene Haltung gegen die Europäische Union und die Einheitswährung. Als ehemaliger Wirtschaftsdirektor der UPR (Union für eine Volksbewegung), die er 2020 verließ, gründete er die „Generation Frexit“ nach dem Vorbild von Nigel Farages Brexit-Partei, ohne Wahlambitionen, aber mit einer Obsession: ein Referendum über den Austritt aus der EU in die öffentliche Debatte zu bringen.

Als Kandidat des Rassemblement National (RN) für die Parlamentswahlen 2024 in Nièvre sorgte er für eine Überraschung, als er die Stichwahl erreichte und 46,3 % der Stimmen gegen die amtierende Macronistin Perrine Goulet erhielt. Er plädierte für eine Wirtschaftspolitik mit „vernünftigem Menschenverstand“: Abbau der europäischen Bürokratie, Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen, Abschaffung von Produktionssteuern und Verlagerung von Industriestandorten.

In seiner neuen Funktion will Gallois einen „ehrgeizigen und realistischen“ Wirtschaftsplan verfolgen, der sich auf die Kontrolle der öffentlichen Ausgaben und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit französischer Unternehmen konzentriert. „Die Haushaltspolitik der Macronisten war auf ganzer Linie eine Katastrophe“, behauptet er und fordert einen Bruch mit den „absurden Standards“, die Brüssel ihnen auferlegt.

Diese Kundgebung ist auch Ausdruck des Wunsches, das souveränistische Lager hinter der RN zu vereinen, die sich allmählich als gemeinsame Heimat der Befürworter eines Frexit und einer nationalen wirtschaftlichen Erholung etabliert.