Bei ihrem Besuch einer Grundschule im Département Hauts-de-Seine am Freitag werden François Bayrou und Élisabeth Borne voraussichtlich die mehrfach angekündigte und dann wieder verworfene Reform der Lehrerausbildung wieder auf den Weg bringen. Angesichts der Rekrutierungskrise im nationalen Bildungssystem beabsichtigt der Premierminister, die Wiedereinführung des Auswahlverfahrens auf Bachelor-Ebene (Bac+3) zu veranlassen. Dabei geht es um zwei Jahre bezahlte Ausbildung: 1 Euro netto für Studierende im Master 400, 1 Euro im Master 1, vor der Festanstellung.
Die Reform, verteidigt von Emmanuel Macron im April 2024 und dann durch die Auflösung auf Eis gelegt, wird mit der Schaffung von „Professorenlizenzen“ einhergehen und sich am Modell der ehemaligen Normalschulen orientieren, die 1991 verschwanden. Während dieses Vorhaben begrüßt wird, sind die Gewerkschaften der Hochschulen besorgt über den Mangel an Konsultation und befürchten eine überstürzte Umsetzung wie im Jahr 2023.
Schreiben, eine weitere Priorität
Eine weitere Priorität für François Bayrou: die Rückeroberung des Schreibens, die er angesichts der zunehmenden Dominanz der Bilder für unerlässlich hält. Er hofft, dass das Schreiben in allen Disziplinen wieder zur alltäglichen Praxis wird. Diese Maßnahme ist Teil einer Reihe von Ankündigungen, die bis zum 15. April geplant sind. Mit diesen will die Regierung dem Rückgang des Bildungsstandards Einhalt gebieten und den Lehrerberuf attraktiver machen.