Am Montag lehnten die Abgeordneten die Aufnahme eines Verkaufsendes für Neuwagen mit Verbrennungsmotor im Jahr 2035 in französisches Recht ab, wie es eine europäische Verordnung vorsieht. Diese Abstimmung stellt die Umsetzung dieser Frist in Frage, die das ursprünglich für 2040 geplante Verbot in Frankreich ersetzen sollte.
Dieser mit knapper Mehrheit angenommene Ablehnungsantrag (34 Stimmen für die Streichung des Artikels gegenüber 30) wurde vor allem von den Abgeordneten des Rassemblement National unterstützt, während Renaissance, die Ökologen und La France Insoumise dagegen Stellung bezogen. Die Gegner bringen wirtschaftliche und soziale Argumente vor und prangern die Kosten des Zugangs zu Elektrizität an, die für Haushalte mit niedrigem Einkommen als „unerschwinglich“ gelten, sowie eine europäische Automobilindustrie, die „für diesen Übergang nicht bereit“ sei.
Industrie- und Energieminister Marc Ferracci verteidigte das Datum 2035 mit der Begründung, dass damit bereits die Transformation des Automobilsektors eingeleitet sei. Die Hersteller selbst stellten dieses Ziel nicht in Frage, forderten aber mehr Flexibilität bei der Anwendung von Sanktionen.
Zwar hat Brüssel das Verbot, das Teil des europäischen Grünen Deals war, bislang nicht abgeändert, doch der Druck seitens der Industrie und einiger Politiker wächst, da die Verkaufszahlen von Elektroautos hinter denen der chinesischen Konkurrenz zurückbleiben. Die Europäische Kommission hat eine Konsultation mit den Herstellern eingeleitet und erwartet Anfang März einen Aktionsplan zur Unterstützung der Elektrifizierung der Fahrzeugflotte.