Laut einer CSA-Umfrage wünscht sich die Mehrheit der Bürger das Recht, Staatsanwälte zu ernennen.

61 % der Franzosen befürworten die Wahl von Staatsanwälten.
61 % der Franzosen befürworten die Wahl von Staatsanwälten.

Die Franzosen streben eine direktere Beteiligung an der Ernennung von Staatsanwälten an. Laut einer Umfrage des CSA-Instituts im Auftrag von CNEWS, Europe 1 und JDD, die am Donnerstag, dem 19. Juni, veröffentlicht wurde, befürworten 61 % der Befragten die Wahl dieser Staatsanwälte. Dieser Vorschlag, der die Funktionsweise des französischen Justizsystems grundlegend verändern würde, findet somit breite Zustimmung in der Bevölkerung.

Ein Bruch mit dem aktuellen System

Dieser Wunsch spiegelt das Bestreben wider, die Bürgerinnen und Bürger stärker in das Justizsystem einzubinden und die demokratische Kontrolle der Staatsanwaltschaft zu stärken. Derzeit werden Staatsanwälte per Präsidialerlass auf Empfehlung des Justizministers ernannt – ein Verfahren, das regelmäßig wegen mangelnder Transparenz und der Gefahr der Absprache mit der Exekutive kritisiert wird. Eine Direktwahl würde einen grundlegenden Bruch mit diesem System bedeuten.

Die Frage der richterlichen Unabhängigkeit und des Status der Staatsanwaltschaft taucht in der französischen Öffentlichkeit immer wieder auf. Zwar gibt es in einigen Ländern, insbesondere in den Vereinigten Staaten, die Wahl von Staatsanwälten, doch ist sie der französischen Justiztradition fremd. Befürworter dieser Reform sehen darin eine Möglichkeit, das Vertrauen in die Institution wiederherzustellen, während Gegner eine zunehmende Politisierung der Justiz befürchten.

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