Indien und Kanada gaben am Montag im Rahmen eines Treffens zwischen dem kanadischen Premierminister Mark Carney und seinem indischen Amtskollegen Narendra Modi in Neu-Delhi den Abschluss mehrerer Abkommen zu kritischen Mineralien, Uran, Technologie und erneuerbaren Energien bekannt. Die beiden Staatschefs begrüßten einen Neuanfang in ihren bilateralen Beziehungen nach einer Phase hoher Spannungen.
Die Gespräche führten unter anderem zu einem langfristigen Uranliefervertrag für Indiens ziviles Atomprogramm. Laut Ottawa hat dieser Vertrag einen Wert von 2,6 Milliarden kanadischen Dollar, umgerechnet etwa 1,6 Milliarden Euro. Indien, das seine Atomkapazität bis 2047 von 8 auf 100 Gigawatt erhöhen will, beabsichtigt außerdem, mit Kanada bei kleinen modularen Reaktoren und fortschrittlichen Nukleartechnologien zusammenzuarbeiten.
Eine Annäherung nach diplomatischen Spannungen
Die beiden Länder haben zudem ihre Zusammenarbeit im Bereich kritischer Mineralien, insbesondere seltener Erden, intensiviert. Diese sind unerlässlich für die Herstellung fortschrittlicher Technologien und Ausrüstungen im Zusammenhang mit der Energiewende. Kanada, reich an natürlichen Ressourcen, positioniert sich angesichts der starken globalen Abhängigkeit von Lieferketten, die von China dominiert werden, als strategischer Partner Indiens.
Diese Annäherung folgt auf eine schwere diplomatische Krise, die 2023 begann, als Ottawa Neu-Delhi der Beteiligung an der Ermordung eines Sikh-Separatisten in Vancouver beschuldigte – eine Anschuldigung, die Indien zurückwies. Der Besuch von Mark Carney zielt zudem darauf ab, Kanadas Handelspartnerschaften zu diversifizieren. Die beiden Staatschefs nahmen die Verhandlungen über eine umfassende Wirtschaftspartnerschaft wieder auf, mit dem erklärten Ziel, den bilateralen Handel auf 50 Milliarden Dollar zu steigern.