Der venezolanische Innenminister, Diosdado CabelloAm Mittwochabend wurde bekannt gegeben, dass der US-Angriff vom vergangenen Wochenende in Venezuela 100 Tote gefordert hat. Damit wurde erstmals die Gesamtzahl der Todesopfer seit der Operation genannt, die zur Gefangennahme des Präsidenten führte. Nicolás Maduro.
Bislang hatten die Behörden in Caracas keine offizielle Opferzahl bekannt gegeben. Das venezolanische Militär hatte lediglich eine Liste mit 23 getöteten Soldaten veröffentlicht. Laut Cabello gehörte ein Großteil der Opfer zu den Leibwächtern, die Maduro zum Zeitpunkt des Angriffs beschützten. Er bezeichnete den Angriff als kaltblütige Hinrichtung.
Der Beamte bestätigte zudem, dass sich unter den Toten auch kubanische Staatsangehörige befanden, und untermauerte damit frühere Meldungen aus Havanna, wonach bei dem Einsatz kubanische Militärangehörige und Geheimdienstmitarbeiter ums Leben gekommen waren. Kuba, ein langjähriger Verbündeter von Caracas, verurteilte den Angriff als „militärische Aggression“ und Akt des „Staatsterrorismus“.
Cabello erklärte außerdem, dass Cilia FloresMaduros Ehefrau, die zeitgleich mit ihm verhaftet wurde, erlitt Berichten zufolge bei der Operation eine Kopfverletzung, während der ehemalige Staatschef selbst eine Beinverletzung davongetragen haben soll. Die US-Behörden haben sich zu diesen Angaben nicht geäußert.
Am Dienstag ordnete die venezolanische Regierung eine einwöchige Staatstrauer für die bei dem Angriff getöteten Soldaten an. In Caracas und mehreren anderen Großstädten des Landes fanden regierungsfreundliche Demonstrationen statt, die von anhaltenden Spannungen und politischer Unsicherheit geprägt waren.
Der amerikanische Angriff, der vom Präsidenten angekündigt und für sich beansprucht wurde Donald Trump, provoziert weiterhin starke internationale Reaktionen, wobei mehrere Länder und Organisationen unabhängige Untersuchungen über die Durchführung der Operation und ihre menschlichen Opfer fordern, während die Sicherheits- und institutionelle Lage in Venezuela nach wie vor äußerst fragil ist.