Pakistan warnt, dass Afghanistan laut Armeeangaben zu einem „Zentrum für Terroristen“ geworden sei.
Pakistan warnt, dass Afghanistan laut Armeeangaben zu einem „Zentrum für Terroristen“ geworden sei.

Die pakistanische Armee warnte am Dienstag vor einer gravierenden Verschlechterung der Sicherheitslage in Afghanistan und erklärte, das Land entwickle sich zu einem „Zentrum für Terroristen und nichtstaatliche Akteure“. Auf einer Pressekonferenz in Islamabad sagte Militärsprecher Generalleutnant Ahmad Sharif ChaudhrySie warfen den afghanischen Taliban-Behörden vor, militante Gruppen wie Al-Qaida, die Organisation Islamischer Staat und Tehrik-e-Taliban Pakistan zu tolerieren oder gar zu unterstützen.

Nach Angaben eines Militärbeamten sind in letzter Zeit nach dem Sturz des ehemaligen syrischen Präsidenten etwa 2.500 ausländische Kämpfer aus Syrien nach Afghanistan eingereist. Bashar al-AssadEr behauptete, ohne dafür Beweise vorzulegen, dass diese Militanten eingeladen worden seien, sich in Afghanistan anzusiedeln, und dass sie weder Pakistaner noch Afghanen seien, sondern anderen Nationalitäten angehörten, was eine Sicherheitsbedrohung darstellen würde, die über die Grenzen der Region hinausginge.

In Kabul wurde zunächst keine offizielle Reaktion verzeichnet. Afghanistan, das seit 2021 von den Taliban regiert wird, hat die pakistanischen Anschuldigungen, sein Territorium diene als Rückzugsgebiet für Angriffe gegen Pakistan, stets zurückgewiesen. Auch die afghanischen und indischen Behörden bestreiten jegliche Beteiligung an der Unterstützung bewaffneter Gruppen, die gegen Islamabad operieren.

Diese Erklärungen erfolgten einen Tag, nachdem Pakistan und China gemeinsam „sichtbare und überprüfbare“ Maßnahmen zur Bekämpfung militanter Organisationen gefordert hatten, die von afghanischem Territorium aus operieren, und zur Verhinderung seiner Nutzung für grenzüberschreitende Angriffe. Die Beziehungen zwischen Pakistan und Afghanistan haben sich in den letzten Monaten deutlich verschlechtert, gekennzeichnet durch Luftangriffe und sporadische militärische Spannungen.

Im Oktober entgingen die beiden Länder nur knapp einer größeren Eskalation, nachdem pakistanische Luftangriffe mutmaßliche Verstecke der Tehrik-e-Taliban Pakistan in Afghanistan ins Visier genommen hatten. Kabul reagierte mit Angriffen auf pakistanische Militärposten, bevor unter katarischer Vermittlung ein Waffenstillstand vereinbart wurde.

Der Armeesprecher gab außerdem an, dass pakistanische Streitkräfte im Jahr 2025 2.597 Militante getötet hätten, verglichen mit 1.053 im Vorjahr, während die Zahl der von bewaffneten Gruppen beanspruchten Angriffe von 3.014 im Jahr 2024 auf 5.397 im Jahr 2025 gestiegen sei. Er betonte, dass afghanische Staatsangehörige an fast allen größeren Angriffen beteiligt gewesen seien, die im vergangenen Jahr in Pakistan verübt wurden, und unterstrich damit seiner Ansicht nach das Ausmaß der Sicherheitsherausforderung, vor der das Land stehe.