Dieses Mal wird der Fall nicht zu den Akten gelegt. Ein Pariser Untersuchungsrichter wurde mit der Untersuchung des Mordes an Jamal Khashoggi, dem saudischen Journalisten, der am 2. Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul getötet wurde, beauftragt. Zuvor war Anzeige gegen Kronprinz Mohammed bin Salman erstattet worden. Die nationale Anti-Terror-Staatsanwaltschaft bestätigte, dass ein Richter der Abteilung für Verbrechen gegen die Menschlichkeit den Fall übernehmen wird, was Ermittlungen in Frankreich ermöglicht.
Diese Entwicklung geht auf eine Beschwerde von TRIAL International und Reporter ohne Grenzen zurück, in der Folter und Verschwindenlassen angeprangert werden. Reporter ohne Grenzen bezeichnet sie als „ersten wichtigen Schritt in einem sehr langen Kampf um Gerechtigkeit“. Antoine Bernard, Leiter der Abteilung für Interessenvertretung und Unterstützung bei Reporter ohne Grenzen, erklärte gegenüber franceinfo, er sei erfreut darüber, dass ein Untersuchungsrichter – den er als unabhängige Instanz darstellt – mit der Aufklärung des Sachverhalts, der Feststellung der Verantwortlichkeit und der Entscheidung über ein mögliches Strafverfahren beauftragt wurde.
In Paris steht die Straflosigkeit vor Gericht.
Die Chronologie, beinahe mechanisch in ihrer Brutalität, darf nicht vergessen werden. Riad leugnete zunächst den Tod des Kolumnisten der Washington Post, räumte ihn dann aber ein und wies die Vermutung zurück, dass höchste Machtebenen beteiligt gewesen sein könnten. Amerikanische Geheimdienste wiesen jedoch laut öffentlich zugänglichen Informationen auf die direkte Verantwortung des Kronprinzen für die Operation hin – eine Diskrepanz, die die offizielle saudische Version weiterhin infrage stellt.
Die hohe politische Brisanz des Strafverfahrens, das von Paris gegen einen Mann im Zentrum des Machtgleichgewichts und der Wirtschaftspartnerschaften im Nahen Osten eingeleitet wurde, ist beträchtlich. Antoine Bernard hält den französischen Ansatz nach jahrelangen Bemühungen und Blockaden zum jetzigen Zeitpunkt für den einzig glaubwürdigen, und Reporter ohne Grenzen (RSF) hat seine Bereitschaft zur Kooperation während der gesamten gerichtlichen Untersuchung angekündigt. Nun, da die Justiz ihre Arbeit aufgenommen hat, hängt das Tempo nicht mehr von Pressemitteilungen ab, sondern von konkreten Maßnahmen, Anhörungen, Rechtshilfeersuchen und dem stillen Mut eines Richters angesichts des Drucks mächtiger Interessen.
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