Das Schwurgericht Yvelines verurteilte Raphaël Carvalho am Mittwochabend wegen Mordes an seiner 18-jährigen Partnerin Clara, die im August 2022 in Carrières-sur-Seine getötet wurde, zu 25 Jahren Haft, von denen er mindestens 15 Jahre absitzen muss, bevor er Anspruch auf Bewährung hat. Der inzwischen 23-Jährige wird zudem fünf Jahre nach seiner Haftentlassung unter Bewährungsaufsicht stehen.
Ein Tatort extremer Gewalt
Die Tragödie ereignete sich in der Nacht des 13. August 2022. Gegen 3:00 Uhr morgens alarmierte ein Nachbar die Polizei, nachdem er Schreie aus der Wohnung des Paares gehört hatte. Die Beamten fanden den jungen Mann bei ihrem Eintreffen unter Schock vor. Laut Aktenlage gab er sofort zu, „etwas Dummes angestellt“ zu haben, bevor er sie in die Wohnung ließ.
In der Küche fanden die Ermittler Clara schwer verletzt in einer Blutlache neben einem Steakmesser. Trotz des schnellen Eingreifens der Rettungskräfte erlag die junge Frau noch am Tatort ihren Verletzungen. Das Paar war zum Zeitpunkt des Vorfalls erst zweieinhalb Monate zusammen.
Im Zuge der Ermittlungen und später vor dem Schwurgericht gestand Raphaël Carvalho die Gewalttat, beteuerte aber gleichzeitig, er habe nie die Absicht gehabt, seine Partnerin zu töten. Er erklärte, es sei nach einem unbedachten Wort zu einem Streit gekommen, und behauptete, die junge Frau sei mit einem Messer auf ihn zugekommen, bevor er es ihr abgenommen habe.
"krankhafte Eifersucht" und massiver Alkoholkonsum
Die forensischen Befunde und die Ermittlungsergebnisse zeichneten jedoch ein äußerst brutales Bild des Angriffs. In der Anklageschrift wird die „Intensität der Wut“ des Angeklagten, seine „Unnachgiebigkeit“ sowie eine Reihe von Schlägen, Bissen, Würgegriffen und Erstickungsversuchen erwähnt. Experten stellten zudem neun Stichwunden fest, von denen drei in lebenswichtigen Bereichen zugefügt wurden.
Die Ermittlungen hoben zudem den starken Alkoholkonsum des jungen Mannes und ein von „krankhafter Eifersucht“ geprägtes Profil hervor. Die Richter stellten fest, dass diese Gewalt auf einem Muster der Dominanz und wiederkehrenden Spannungen innerhalb des Paares beruhte.
Nach dem Urteil sprach Fabien Arakelian, der Anwalt mehrerer Angehöriger des Opfers, von der „Barbarei“ des Verbrechens und fügte hinzu: „Kein Urteil kann das Leid von Claras Familie jemals wirklich wiedergutmachen.“ Laut den neuesten Zahlen der Interministeriellen Mission zum Schutz der Frauen wurden im Jahr 2024 in Frankreich 107 Frauen von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet.
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