„Eines ist den Ermittlern sicher: Mehdi Kessaci war nicht das Ziel des Auftrags.“
„Eines ist den Ermittlern sicher: Mehdi Kessaci war nicht das Ziel des Auftrags.“

Die Ermittlungen im Mordfall Mehdi Kessaci in Marseille konzentrieren sich nun auf die Theorie der Verwechslung. Laut mehreren Quellen aus dem Umfeld des Falls sind die Ermittler überzeugt, dass der 20-Jährige, der im November 2025 vor einer Apotheke im 4. Arrondissement erschossen wurde, nicht das eigentliche Ziel des Mordkommandos war. Die Täter sollen es vielmehr auf seinen älteren Bruder Amine Kessaci abgesehen gehabt haben.

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Marseille und des Zentralbüros zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität beschreiben eine akribisch geplante Operation, bei der mehrere Teams im Zusammenhang mit einem kriminellen Auftrag im Wert von schätzungsweise fast 100.000 Euro mobilisiert wurden. Mehrere angeklagte Verdächtige gaben an, dass sie mit der Überwachung von Amine Kessaci und nicht von Mehdi beauftragt waren.

Eine Drogenbekämpfungsfigur unter Druck

Amine Kessaci, der sich seit Jahren im Kampf gegen Drogenkartelle in den nördlichen Bezirken von Marseille engagierte, stand bereits vor dem Vorfall aufgrund mehrerer Drohungen unter Polizeischutz. Sein öffentlicher Kampf gegen den Aufstieg der DZ-Mafia hatte ihn ins Zentrum der Spannungen im Zusammenhang mit dem Drogenhandel in der Stadt gerückt.

Am 13. November 2025 wurde Mehdi Kessaci am helllichten Tag von zwei maskierten Männern auf einem Motorrad vor mehreren Zeugen hingerichtet. Die Ermittler konzentrieren sich nun auf die Hypothese einer Verwechslung der beiden Brüder oder falscher Informationen für das Mordkommando.

Eine strukturierte kriminelle Organisation

Der Fall verdeutlicht zudem die hohe Organisation der kriminellen Netzwerke in Marseille. Die Ermittlungen identifizierten mehrere Mittelsmänner, die für Überwachung, Logistik und die Bewegungen der Verdächtigen verantwortlich waren. Einige der mutmaßlichen Beteiligten, darunter sehr junge Kinder, wurden Berichten zufolge über verschlüsselte Messengerdienste rekrutiert, die von Drogenhändlerringen genutzt werden.

Die Ermordung von Mehdi Kessaci löste in Marseille Empörung aus. Amine Kessaci verurteilte sie als „politisches Verbrechen“, das darauf abzielte, diejenigen zum Schweigen zu bringen, die aktiv gegen Drogenhändler kämpfen. Mehrere Verdächtige befinden sich bereits in Untersuchungshaft, die Ermittler suchen jedoch weiterhin nach den Tätern und den mutmaßlichen Drahtziehern des Anschlags.

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