Ein riesiges Geldwäschenetzwerk mit Verbindungen zum Drogenhandel wurde zwischen drei Ländern zerschlagen.
Ein riesiges Geldwäschenetzwerk mit Verbindungen zum Drogenhandel wurde zwischen drei Ländern zerschlagen.

Eine koordinierte Operation französischer und belgischer Behörden hat ein großes, durch Drogenhandel finanziertes Geldwäschenetzwerk zerschlagen. Anfang Juni wurden 15 Personen festgenommen und Vermögenswerte in Höhe von fast 8 Millionen Euro beschlagnahmt. Bei Razzien in Frankreich und Belgien stellten die Ermittler außerdem 50 Kilogramm Kokain sicher.

Der Fall begann 2025, als Ermittler regelmäßige Treffen zwischen Drogenhändlern aus der Region Bordeaux und mauretanischen Geldeintreibern aufdeckten. Diese Geldeintreiber reisten täglich mit dem Zug in verschiedene französische Städte, um Zehntausende Euro Bargeld aus dem Drogenhandel abzuholen. Anschließend wurden die Gelder nach Belgien transportiert, insbesondere in bestimmte Brüsseler Stadtteile, die für ihre Verwicklung in illegale Finanznetzwerke bekannt sind.

In acht Monaten wurden fast 24 Millionen Euro gesammelt.

Die Ermittlungen deckten ein hochstrukturiertes System auf. Die Geldwäscher reisten mit Zollerklärungen über Kapital, das als im Zusammenhang mit Fahrzeugkäufen stehend deklariert war. Laut Ermittlern haben allein vierzehn mauretanische Staatsangehörige seit 2019 bei der Einreise nach Frankreich mindestens 7,5 Millionen Euro deklariert. Die tatsächlich umgesetzten Summen dürften jedoch deutlich höher liegen; die Polizei schätzt, dass in nur acht Monaten fast 24 Millionen Euro durch das Netzwerk geflossen sind.

Die Ermittlungen führten die Behörden zu einem Brüsseler Autohaus, das im Verdacht steht, als Tarnorganisation für Geldwäsche zu dienen. Knapp 7,9 Millionen Euro wurden auf dessen Bankkonten eingefroren. Operationen des französischen Anti-Drogen-Büros (Ofast), der Zentralen Behörde zur Bekämpfung schwerer Finanzkriminalität (OCRGDF), des französischen Zolls und der belgischen Bundeskriminalpolizei führten zudem zur Beschlagnahme von 500.000 Euro Bargeld. Mehrere Verdächtige wurden in Frankreich angeklagt, während in Belgien ein Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Drahtzieher erlassen wurde, der sich vermutlich derzeit in Mauretanien aufhält.

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