Sieben Personen wurden Anfang Mai festgenommen, weil sie über Snapchat gefälschte Krankmeldungen verkauft hatten. Der Schaden beläuft sich auf 3,5 Millionen Euro.

In der Region Île-de-France wurde ein Betrugsnetzwerk zerschlagen, das mit gefälschten Krankmeldungen arbeitete.
In der Region Île-de-France wurde ein Betrugsnetzwerk zerschlagen, das mit gefälschten Krankmeldungen arbeitete.

Anfang Mai wurden in der Region Île-de-France sieben Personen im Rahmen einer großangelegten Operation der Zentralstelle zur Bekämpfung illegaler Beschäftigung festgenommen. Die Betrüger stehen im Verdacht, das französische Krankenversicherungssystem (Assurance Maladie) um 3,5 Millionen Euro betrogen zu haben, indem sie fast 1.200 Versicherten, vorwiegend in Seine-Saint-Denis, gefälschte Krankschreibungen ausstellten. Die Ermittlungen ergaben, dass das Netzwerk seine Dienste direkt über Snapchat anbot und so den Kontakt zu Kunden erleichterte, die unberechtigte Tagesgelder beantragten.

Ein gefälschtes Set, das über soziale Medien verkauft wurde

Die Betrüger boten ein Komplettpaket an, mit dem Leistungsempfänger Krankenversicherungsleistungen ohne medizinische Indikation beziehen konnten. Dieses System enthielt alle notwendigen Dokumente, um Kontrollen zu umgehen und über mehrere Wochen Zahlungen zu erhalten. Die Einfachheit des Verfahrens und die Nutzung sozialer Medien ermöglichten es dem Betrug, sich erheblich auszubreiten, bevor er von den Behörden aufgedeckt wurde.

Die Zerschlagung dieses Netzwerks verdeutlicht das zunehmende Ausmaß des Betrugs, der sich gegen Sozialversicherungsträger richtet. Recherchen der Einheit von Radio France deckten eine ausgeklügelte Vorgehensweise auf, die Schlupflöcher im Meldesystem für Krankmeldungen ausnutzte. Die sieben Verdächtigen müssen sich wegen massiver Veruntreuung vor Gericht verantworten, während die nationale Krankenversicherung die finanziellen Folgen dieses organisierten Betrugs prüft.

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