Das Gericht in Lorient verurteilte am Montag einen 53-jährigen Mann, einen ehemaligen Gendarmen, der als Sozialarbeiter für Kinder in Morbihan tätig war, zu vier Jahren Haft. Die Anklagepunkte, darunter zwei sexuelle Übergriffe (einer davon unter Missbrauch seiner Position) und fünf Fälle von sexueller Belästigung, beziehen sich auf den Zeitraum zwischen 2014 und 2018.
Sechs mutmaßliche Opfer, allesamt ehemalige Leistungsempfänger des Jugendhilfesystems, wurden identifiziert. Laut den im Zuge der Ermittlungen gesammelten Zeugenaussagen traf sich der Beschuldigte mit ihnen allein in seinem Büro, kommentierte ihr Aussehen oder ihr Liebesleben, schlug Ausflüge vor, besuchte sie morgens zu Hause oder stellte ihnen finanzielle Unterstützung in Aussicht.
Die Leugnungen wurden bis zum Schluss aufrechterhalten.
Bis zur Anhörung wies der Angeklagte alle Anklagepunkte zurück und räumte allenfalls ein „unangemessenes berufliches Verhalten“ ein, während er jegliche sexuelle oder verführerische Absicht abstritt. Der Staatsanwalt, der eine sechsjährige Haftstrafe gefordert hatte, bezeichnete ihn als „sexistisch, hinterlistig und manipulativ“.
Das Urteil umfasst einen aufgeschobenen Haftbefehl, eine dreijährige Kontaktverbotsverfügung gegen die Hauptklägerin sowie ein Verbot jeglicher Tätigkeit (ob bezahlt oder ehrenamtlich), die regelmäßigen Kontakt mit Minderjährigen beinhaltet. Der Mann muss zudem 10.000 € Schmerzensgeld an das Hauptopfer, 3.800 € an seine Ex-Partnerin und symbolisch 1 € an den Departementsrat Morbihan, seinen ehemaligen Arbeitgeber, zahlen, der sich dem Verfahren als Nebenkläger angeschlossen hat.
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