Die Wohnung der Anwältin Aurane Reihanian wurde mit antisemitischen Beleidigungen beschmiert.
Die Wohnung der Anwältin Aurane Reihanian wurde mit antisemitischen Beleidigungen beschmiert.

Ein beunruhigender neuer Fall in Paris: der Anwalt und ehemalige Funktionär der Republikanischen Partei, Aurane ReihanianEin Anwalt erstattete am späten Dienstagabend Anzeige, nachdem er an der Tür seiner Wohnung im 13. Arrondissement eine antisemitische Botschaft mit Spuren von Exkrementen entdeckt hatte. Die beleidigende Nachricht „Fuck Rehoboam“ stammte mutmaßlich von jemandem, der sich mit jüdischen religiösen Bezügen auskannte. Rehoboam war ein König von Israel und Sohn König Salomos. Diese Schändung, zusammen mit anderen entsetzlichen Akten des Vandalismus, ließ den Anwalt fassungslos zurück.

Aurane Reihanian erklärt, er habe den Schaden bei seiner Heimkehr gegen 1:30 Uhr nachts entdeckt. Die Wohnung gehört seinem Vater, der sich derzeit nicht aufhält. Der Anwalt gibt an, den Ursprung des Angriffs nicht zu verstehen: Kein heikler Fall, so seine Meinung, rechtfertige diesen Ausbruch von Feindseligkeit. Er vermutet, dass die Tat mit der Mesusa zusammenhängt, die seit Langem an der Tür angebracht war. Dieses religiöse Objekt, das traditionell von jüdischen Familien am Eingang ihrer Häuser aufgestellt wird, habe in den 25 Jahren, in denen er dort wohne, nie den geringsten Zwischenfall verursacht, betont er.

Die Polizei hat Ermittlungen wegen antisemitischer Graffiti aufgenommen. Die Zuständigkeit für den Fall liegt bei der Polizeiwache im 13. Arrondissement. Die Pariser Staatsanwaltschaft überwacht die Ermittlungen. Dieser jüngste Vorfall verdeutlicht, dass die Zahl der Angriffe auf die jüdische Gemeinde in Frankreich weiterhin steigt, auch wenn die Zahlen schwanken. Laut Angaben des Innenministeriums wurden zwischen Januar und Oktober 2025 1.163 antisemitische Straftaten registriert, ein Rückgang um 15 % gegenüber 2024 mit 1.570 gemeldeten Vorfällen. Trotz dieses leichten Rückgangs ist die jüdische Gemeinde nach wie vor mit Abstand am häufigsten von antireligiösen Übergriffen betroffen.

Seit den Hamas-Angriffen im Oktober 2023 verzeichnet die DILCRAH (Interministerielle Delegation zur Bekämpfung von Rassismus, Antisemitismus und LGBT-Feindlichkeit) einen sprunghaften Anstieg antisemitischer Übergriffe um 280 % im Vergleich zu 2022. Drohungen, Beleidigungen, Vandalismus und Gewalt: Die meisten dieser Vorfälle richten sich direkt gegen Einzelpersonen und nicht nur gegen Gotteshäuser oder Eigentum. Dieses tief verwurzelte Phänomen hält an, angeheizt durch ein Klima internationaler Spannungen, extremistische Rhetorik und eine allgemeine Lockerung der Hemmungen in sozialen Medien und im öffentlichen Raum.