Elon Musk steht vor französischer Justiz und beleidigt X als Reaktion darauf.
Elon Musk steht vor französischer Justiz und beleidigt X als Reaktion darauf.

Am Freitag, dem 8. Mai, wählte Elon Musk die Konfrontation. Auf X veröffentlichte der Chef des sozialen Netzwerks eine beleidigende Nachricht gegen französische Richter. Er bediente sich vulgärer Ausdrücke und homophober Bemerkungen in französischer Sprache, als wolle er Salz in die Wunde streuen. Die Taktik ist bekannt, ebenso der Stil: das Justizsystem öffentlich angreifen, Aufsehen erregen, die Debatte in eine andere Richtung lenken. Doch diesmal geht es um weit mehr als nur einen einfachen hitzigen Schlagabtausch in einem Diskussionsforum.

Eine Untersuchung, die bis Januar zurückreicht, und ein Ton, der zu weit gegangen ist.

Am Donnerstag gab die Pariser Staatsanwaltschaft bekannt, dass ein Untersuchungsrichter mit einem Fall wegen möglicher Beihilfe zur Verbreitung von Kinderpornografie auf der Plattform betraut wurde. Die im Januar 2025 eingeleiteten Ermittlungen richten sich gegen Elon Musk und die ehemalige CEO von X, Linda Yaccarino, in ihrer Funktion als faktische und rechtliche Geschäftsführerin zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Straftaten. Laut Franceinfo wurde dem amerikanischen Milliardär wenige Tage vor der Bekanntgabe eine Vorladung zu einer freiwilligen Vernehmung zugestellt, auf die er jedoch nicht reagierte. Mitte Februar wurde eine Durchsuchung der Pariser Büros von X durchgeführt, und Musk hatte die Richter bereits zuvor scharf angegriffen und sie unter anderem als „geistig zurückgeblieben“ bezeichnet.

Im Zentrum der Ermittlungen, die der nationalen Cyber-Einheit der Gendarmerie anvertraut wurden, stehen die Verpflichtungen von X in Frankreich und mögliche Verstöße gegen geltendes nationales Recht. Der Fall wirft zudem die Frage nach dem Einsatz von Grok, dem KI-Modell von X, zur Erstellung hyperrealistischer, sexuell expliziter Bilder auf, die ohne die Einwilligung der Opfer angefertigt wurden. Nach der Durchsuchung prangerte X einen „missbräuchlichen Justizakt“ aus „politischen Motiven“ an und wies jegliches Fehlverhalten von sich. Angesichts der eskalierenden Gerichtsverfahren und der hetzerischen Rhetorik ist eines bereits klar: Das Verhältnis zwischen der Plattform und dem französischen Rechtsstaat wird zunehmend komplexer, und das nächste Kapitel dürfte sich eher durch Taten als durch Tweets entfalten.

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