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Crans-Montana: Das Ehepaar Moretti stellt sich diesen Freitag den Ermittlern und den Angehörigen.

Gut fünf Monate nach dem verheerenden Brand in der Bar „Constellation“ in Crans-Montana wurden Jacques und Jessica Moretti erneut von den Walliser Justizbehörden vorgeladen. Das Ehepaar, das das Lokal betrieb, soll in Sitten in Anwesenheit von Ermittlern und den Anwälten der Nebenkläger zu einer Konfrontationsverhandlung befragt werden. Ziel dieses Verfahrens ist es, die Aussagen der beiden Angeklagten direkt miteinander zu vergleichen. Die Richter können ihnen dieselben Fragen stellen, sie zu einzelnen Punkten getrennt befragen oder einen direkten Austausch anordnen. Für die Morettis ist dies die vierte Anhörung in diesem Fall. 

41 Tote, 115 Verletzte: Silvester endete tragisch

Die Tragödie ereignete sich am Silvesterabend im Keller der Bar „Constellation“. Laut offiziellen Angaben im Rahmen der laufenden Ermittlungen starben 41 Menschen, 115 wurden verletzt. Die Ermittler gehen davon aus, dass Funken von Kerzen in einem Springbrunnen den Brand auslösten, die den an der Kellerdecke angebrachten Schallschutzschaum entzündeten. Das Feuer breitete sich rasend schnell in dem geschlossenen, mit Gästen gefüllten Raum aus. Dutzende Menschen wurden eingeschlossen und erlitten Rauchvergiftungen. 

Die Familie Moretti im Mittelpunkt der Angelegenheit

Jacques und Jessica Moretti werden wegen Totschlags, Brandstiftung und schwerer Körperverletzung angeklagt. Sie sind nicht die Einzigen, gegen die ermittelt wird: Insgesamt 14 Personen stehen im Fokus der Ermittlungen, darunter die beiden Geschäftsführer, fünf amtierende oder ehemalige städtische Beamte und sieben amtierende oder ehemalige städtische Angestellte. Es gilt die Unschuldsvermutung. Die Behörden wollen die Verantwortlichkeiten für die Sicherheit des Lokals, die durchgeführten Kontrollen, die Pflichten der Betreiber und die mögliche Rolle städtischer Dienste klären. In vorangegangenen Anhörungen wurden bereits die Fakten, die Führung der Bar und die Sicherheitsbedingungen im Lokal erörtert.

Eine von den Klägern mit Spannung erwartete Konfrontation

Für die Familien der Opfer und Verletzten stellt diese Anhörung einen wichtigen Schritt dar. Die Anwälte der Nebenkläger können an der Verhandlung teilnehmen, Fragen stellen und um Klärung aller noch offenen Punkte bitten. Die Konfrontation soll insbesondere einen Vergleich der Aussagen der beiden Verantwortlichen hinsichtlich der Veranstaltungsorganisation, der getroffenen Sicherheitsmaßnahmen, des Vorhandenseins oder Fehlens einer Alarmanlage, der Notausgänge und der Anweisungen an das Personal ermöglichen.

Das Justizsystem verschärft den Zeitplan

Jacques Moretti sollte ursprünglich im April allein vernommen werden, doch die Anhörung wurde nach Vorlage eines ärztlichen Attests verschoben. Daraufhin beschloss das Gericht, auch Jessica Moretti vorzuladen und eine Konfrontationsverhandlung durchzuführen. Dieser neue Schritt beendet die Ermittlungen nicht. Er dient der Ergänzung des Strafverfahrens, das nach einer der schwersten Katastrophen der letzten Jahre in der Schweiz eingeleitet wurde. Die strafrechtliche Verantwortlichkeit muss dann von den Gerichten festgestellt werden.