Am Montag beginnt vor dem Schwurgericht Val-de-Marne in Créteil der Prozess gegen einen 43-jährigen Mann, der beschuldigt wird, im November 2023 in Alfortville seine drei Töchter getötet zu haben. Der Prozess dauert bis Freitag. Er hat die Tat gestanden. Am 26. November stellte er sich auf der Polizeiwache in Dieppe und sprach die erschütternden Worte: „Ich habe meine drei Kinder getötet“, bevor die Ermittler die Leichen der drei Mädchen im Alter von 11, 10 und 4 Jahren in der Familienwohnung entdeckten.
Den im Rahmen der Anhörung vorgelegten Informationen zufolge hatte der Vater, der sich in einem Scheidungsverfahren befand, das Wochenende mit den Mädchen im Einverständnis der Mutter verbracht und ihnen anschließend Schlaftabletten verabreicht. Das jüngste Mädchen wurde Berichten zufolge erstickt, die beiden älteren Mädchen wurden erstochen. Es wurde keine psychische Störung festgestellt, die sein Urteilsvermögen beeinträchtigt hätte, und ihm droht eine lebenslange Haftstrafe.
Die Theorie der „stellvertretenden Gewalt“ steht im Mittelpunkt der Debatten.
Im Gerichtssaal konzentrierten sich sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Nebenparteien auf einen Begriff, der in diesen Trennungsfällen in den letzten Jahren immer häufiger an Bedeutung gewonnen hat: „stellvertretende Gewalt“. Die Vorstellung ist simpel und erschreckend: eine dritte Person, oft das Kind, zu schlagen, um die Mutter zu verletzen, zu bestrafen und sie lebenslang zu traumatisieren. Der Angeklagte gab gegenüber der Polizei an, seine Frau habe ihn „bis an seine Grenzen getrieben“, und ein psychiatrischer Gutachter berichtete, er empfinde „Hass“ gegen sie, insbesondere nachdem sie ihre neue Beziehung bekannt gegeben hatte.
Die Anwältin der Mutter, Patricia Cohn, spricht von einer innerlich zerbrochenen Frau, und für Isabelle Steyer, Vertreterin des Vereins „La Voix de l'enfant“ (Die Stimme des Kindes), zielt das Verfahren auch darauf ab, dauerhafte Schuldgefühle zu erzeugen. Hinter all den Worten und Konzepten verbirgt sich jedoch eine hartnäckige Realität: Die Justiz verurteilt einen Mann für den tragischen Tod dreier Kinder, und dieser Prozess erhöht den politischen und gesellschaftlichen Druck, die Gewalt, die aus dem Scheitern einer Beziehung entsteht, früher zu erkennen.
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