Maya Haddad Rebeiz: „Restriktive Diäten funktionieren langfristig nicht.“
Maya Haddad Rebeiz: „Restriktive Diäten funktionieren langfristig nicht.“

Optimieren  TreffenMaya Haddad Rebeiz sprach erstmals mit einem französischen Medium. Die renommierte Ernährungsberaterin und Gründerin von EatRightLight hat sich in Libanon als führende Persönlichkeit im Bereich Ernährung etabliert. Sie hat über 131.000 Follower auf [Plattform einfügen]. Instagram und mehr als 104.000 auf FacebookTäglich teilt sie ihre Ratschläge mit einer großen Gemeinschaft. Durch die Kombination von medizinischer Expertise, individueller Unterstützung und Aufklärungskampagnen fördert sie eine nachhaltige Ernährungsvision, die auf Ausgewogenheit statt Verzicht basiert. Mit ihrer Klinik, ihrer Mitarbeit in Krankenhäusern und ihrer Online-Präsenz setzt sie sich für eine einfache Idee ein: Gesünder essen bedeutet, besser zu leben. 

Aimé KanikiKönnen Sie uns etwas über Ihre Kindheit und Ihren beruflichen Werdegang erzählen? 
Maya Haddad RebeizIch habe mich für eine Karriere als Ernährungswissenschaftlerin anstelle eines Medizinstudiums entschieden, weil Ernährung oft ein wichtiger Schritt vor der eigentlichen Behandlung ist. Sie hilft Menschen, gesund zu bleiben und Krankheiten vorzubeugen, bevor eine medizinische Behandlung nötig wird. Mein Ziel ist es, Menschen dabei zu unterstützen, sich gesund zu ernähren und einen ausgewogenen Lebensstil zu pflegen, um ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu verbessern. 

Sie haben zunächst Medizin studiert, bevor Sie sich der Ernährungswissenschaft zuwandten. Was hat diesen Wechsel ausgelöst? 
Die Medizin erfordert ein immenses, langfristiges Engagement, und ich konnte mir nicht vorstellen, dieses Tempo durchzuhalten. Damals war Ernährungswissenschaft ein aufstrebendes Fachgebiet mit klaren Übergängen zur Medizin. Mich reizte der ganzheitlichere Ansatz: medizinisch, ästhetisch und psychologisch. Ich fand einen direkteren, menschlicheren Kontakt zu den Patienten, der besser zu meiner Persönlichkeit passte. 

Ihr Ansatz priorisiert Ausgewogenheit gegenüber Einschränkung. Warum? 
Denn restriktive Diäten funktionieren langfristig nicht. Für mich geht es nicht darum, „eine Diät zu machen“, sondern darum, einen nachhaltigen Lebensstil anzunehmen. Ich bringe meinen Patienten bei, alles in Maßen zu genießen, sich zu bewegen und ausreichend zu schlafen. Es ist ein ganzheitlicher Ansatz, der auch das psychische Wohlbefinden einschließt. Es geht darum, wieder zu lernen, angst- und frustfrei zu essen und sich ab und zu auch mal etwas zu gönnen. 

Sie legen großen Wert auf das Vertrauensverhältnis zu Ihren Patienten. Warum ist das so wichtig? 
Weil die Nachsorge regelmäßig erfolgt und weit über eine einfache Beratung hinausgeht. Mit der Zeit entsteht ein vertrauensvolles Verhältnis. Ich möchte, dass sich meine Patienten wohlfühlen und niemals verurteilt werden. Eine Beratung sollte nicht als Strafe empfunden werden. Gewicht ist nur ein Indikator von vielen: Wohlbefinden, Energie und Körperbild sind genauso wichtig. 

Welche Pläne haben Sie mit EatRightLight? 
EatRightLight ist in erster Linie eine für alle zugängliche Plattform für Ernährungsbildung. Über soziale Medien verbreiten wir verlässliche, wissenschaftlich fundierte Informationen. Aktuell konzentrieren wir uns stark auf digitale Inhalte, die auf gründlicher Forschung basieren. Darüber hinaus hatten wir ein Projekt für ein Zentrum, das Ernährung, Ästhetik und Dermatologie vereint, das aufgrund der Lage im Libanon derzeit auf Eis liegt. 

Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation im Libanon? 
Dies ist eine extrem schwierige Zeit. Die Instabilität wirkt sich direkt auf unser Geschäft aus: Die Zahl der Beratungen sinkt, und die Prioritäten der Menschen verschieben sich. Ernährung rückt angesichts wirtschaftlicher Notlagen in den Hintergrund. Wir passen uns an, indem wir mehr Online-Beratungen anbieten. Vor allem aber arbeiten wir intensiv an der psychologischen Komponente, denn Stress führt zu ungesunden Essgewohnheiten. 

Sie haben eine große Fangemeinde in den sozialen Medien. Wie erleben Sie diesen Ruhm? 
Ganz einfach. Ich bin es schon lange gewohnt. Die Leute erkennen mich, sprechen mich an und kommentieren manchmal sogar, was ich esse! Es macht immer noch Spaß. Aber es bringt auch Verantwortung mit sich: Ich muss ein Vorbild sein, meinen Überzeugungen treu bleiben und dabei authentisch bleiben. 

Welchen Rat würden Sie jüngeren Generationen geben? 
Sich schon in jungen Jahren um seinen Körper zu kümmern, ist unerlässlich. Gesundheit entwickelt sich nicht erst mit 50, sondern beginnt in der Kindheit. Es geht nicht um Verzicht, sondern darum, ein gesundes Gleichgewicht zu finden. Gesunde Ernährung, Bewegung und ein respektvoller Umgang mit dem eigenen Körper sind Gewohnheiten, die sich über lange Zeit entwickeln und das ganze Leben prägen. 

Interview von Aimé Kaniki

Gemeinschaft

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